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Theater-AG glänzte mit Heinar Kipphardts „Shakespeare dringend gesucht“

Was geschehen kann, wenn beim „Wettbewerb zur Förderung der zeitgenössischen Dramatik“ tatsächlich ein geniales Theaterstück - lebensnah, komisch, unterhaltsam - eingereicht wird, aber auf ignorante und ideologisch verdrehte „Theaterverwalter“ trifft, zeigte die aktuelle Aufführung der Theater-AG am Konrad-Adenauer-Gymnasium.

Was geschehen kann, wenn beim "Wettbewerb zur Förderung der zeitgenössischen Dramatik" tatsächlich ein geniales Theaterstück - lebensnah, komisch, unterhaltsam - eingereicht wird, aber auf ignorante und ideologisch verdrehte "Theaterverwalter" trifft, zeigte die aktuelle Aufführung der Theater-AG am Konrad-Adenauer-Gymnasium.

Amadeus Färbel, Dramaturg eines Stadttheaters, wollte mit seinem Wettbewerb den "neuen Shakespeare" finden, wurde aber mit den üblichen Machwerken des staatlich verordneten Sozialistischen Realismus zugeschüttet. David Kist brillierte dabei in der Rolle des Entdeckers des genialen Stücks, der aber wegen angeschlagener Gesundheit, ungeklärter Herzensangelegenheiten mit Theatersekretärin Paula Glück (Sonja Schmidt) und einer karrierebewussten, opportunistischen Intendantin versehentlich den Textentwurf samt Autor aus seinem Büro wirft.

Waren die diversen Wechselspiele ideologisch gesteuerter "Volksbildung" am Beispiel der Intendantin (Stephanie Naas, absolut überzeugend als selbstgefällige Kulturfunktionärin ohne Prinzipien) noch nicht genug, musste sich Amadeus auf der Suche nach seinem Autor durch die unterschiedlichsten Milieus und Schauplätze kämpfen. Dabei sabotierte er erfolgreich eine Boxveranstaltung, geriet in durchaus animierende Gesellschaft (Wiebke Gläsener) auf einer Polizeistation und eine unerfreuliche Begegnung in einem Nachtlokal mit dem langweilenden "Staatsdichter" Monhaupt (Marin Althuis ). Das Beinahe-Zusammentreffen mit Raban, dem Schlosser mit dem dramatischen Talent (Jonas Sehr), verschaffte dem geplagten Theatermacher nicht nur die Bekanntschaft mit der arbeitenden Bevölkerung und ihren Werkzeugen, sondern anschließend den Aufenthalt im Irrenhaus (urkomisch als renommiersüchtige Irrenärztin: Mareike Bire). Kaum verwunderlich, dass diese Suche zum Rauswurf des bedauernswerten Amadeus führte.

Dass wenigstens der Jungautor mit seinem Stück den verdienten Bühnenerfolg erleben sollte, dafür sorgte schließlich der Botenjunge Fridolin (von Timea Kehr sehr lebendig verkörpert), mit dessen Hilfe das Manuskript über den Umweg höchster Instanzen ("Ministerium für Volksbildung", personifiziert durch Jana Hermann) doch wieder am Stadttheater landete.

Die Pressekonferenz, in der sich die Intendantin mit den unredlich erworbenen Lorbeeren schmücken wollte, geriet zum "Schauprozess" gegen sie und zum Triumph für Autor und Dramaturg, und auch die schon erwähnten Herzensangelegenheiten fanden ihre glückliche Erledigung: Amadeus kriegt seine Paula, Raban seine Anna, und das "wahre" Leben gewinnt gegen alle amtlich verordnete "Kunst".

Bestens unterhalten bedankte sich das Publikum in der Aula des KAG bei den jungen Schauspielern, die ihr Können und ihre Vielseitigkeit auch in wechselnden Rollen beweisen konnten, mit dem wohlverdienten Applaus (zusätzlich zu den bereits Erwähnten: Kevin Kist, Julia Naas, Carina Osterhof, Louisa Keßler, Carla Krappmann, Alexander Strunk, Patricia König). Mindestens so viel Beifall gab es aber auch für die Leiterin der Theater-AG, Bärbel Vienna-Garn, die das Engagement ihres Ensembles über viele Monate und die Unterstützung durch die dahinter stehenden Eltern ganz besonders betonte.

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