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Schauspieler Walter Sittler bei den Westerburger Gesprächen

Es war bestimmt nicht so abgesprochen, aber die Schulleiterin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, Frau OStD' Klapthor konnte in ihren Schlussworten am Ende des Westerburger Gesprächs mit dem Bühnen- und TV-Schauspieler Walter Sittler eine seiner Kernthesen als Bestätigung und Verstärkung ihres Bildungskonzepts aufgreifen.

In der letzten Runde des Gesprächs mit dem Initiator und Organisator der Veranstaltungsreihe, OStR Heinz Fischer, appellierte der Gast nämlich, mehr Verantwortung im Kleinen wie im Großen zu übernehmen, aktiv zu werden. Nur damit lasse sich der zunehmenden Tendenz zur "Unmündigkeit", auch zum Verzicht auf Mitwirkung in der derzeitigen Gesellschaft ein Ende zu setzen. Dieser Appell ließ sich sehr direkt in das Ideal der "Selbstwirksamkeit" der jungen Menschen überführen, denen sich Frau Klapthor verpflichtet fühlt und die sie dazu motivieren möchte.

Was sich als trockene und abstrakte Kurzfassung anhört, war aber zuvor auf unterhaltsame wie informative Art und Weise auf vielfältigste Art und Weise sichtbar geworden. Die begeisternde musikalische Einstimmung durch Yolanda Garrido (begleitet von Juan Garrido, Gitarre) konnte gewiss als Vorwegnahme bildungspolitischer Wünsche und Forderungen Walter Sittlers verstanden werden.

Im Dialog mit Heinz Fischer war sein Plädoyer nicht zu überhören, Fächer und Schulangebote wie Musik, Kunst und nicht zuletzt darstellendes Spiel nicht nur als "Nebenfächer" zu behandeln, die man auch am ehesten kürzt, und traf bei den rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörern durchweg auf Zustimmung. Dass der Schauspieler natürlich auf die besonderen Qualitäten "seines" Fachs einging, verstand sich von selbst, wurde aber in der Beschreibung seines eigenen Bildungswegs und seiner Bühnenkarriere durchaus glaubhaft. Dabei konnte man immer wieder seine Vorstellungen von der individuellen Förderung junger Menschen herauslesen, die er mit seinem Verständnis von Disziplin aus einer Art Hingabe an die "Sache", auch zur Selbstherausforderung verknüpfte. Auf die Frage seines Gesprächspartners, in welcher Weise bei seiner Karriere Glück mitgespielt habe, meinte Sittler, diese Form von Selbstdisziplin, der Arbeit an und mit sich selbst, lade "Glück" eigentlich erst ein. Die anregenden und immer wieder provokanten Positionen boten den Anwesenden Gelegenheit zu Fragen und Widerspruch, auf die sich der Gast aber gerne und ausführlich einließ. Die geistreich-provokante Gesprächsführung durch Heinz Fischer wie auch die Kostproben der rezitatorischen Qualitäten (Erich Kästners "Kurzgefasster Lebenslauf") waren beste Werbung für die kommenden Westerburger Gespräche (und vielleicht einen weiteren Auftritt Walter Sittlers mit seinem hochgelobten Erich-Kästner-Programm im Konrad-Adenauer-Gymnasium).

Fotos: Silvio Grahn

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