Alive and kicking – Die gelungene Wiederbelebung des Gitarrenkonzerts am Konrad-Adenauer-Gymnasium

Westerburg. Nach knapp zweijähriger Pause und in weitgehend neuer Besetzung fand am 14. April wieder ein eigenes Konzert der Gitarren-AGs in der mit rund 350 Gästen gut besuchten Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums statt.

Den Anfang machten die Nachwuchstalente aus der Mittelstufe. Die jungen Gitarristen und Gitarristinnen Henry Fritze, René und Leon Schröter, Lukas Loos, Hellen Lang und Kathryn Peuser – am Schlagzeug begleitet von Matthias Nilges und mit Alisa Lauf als Gesangssolistin – stimmten mit dem Song „Hey Julie“ von Fountains of Wayne das Publikum auf einen Abend ein, dessen musikalisches Spektrum von den Beatles-Songs der 60er über die Rockmusik der 90er Jahre bis hin zu modernen Popsongs reichte.

Nach weiteren Liedern der amerikanischen Rockband Train begeisterten die jungen Musiker vor allem mit der Rhythm & Blues-Ballade „Grenade“ von Bruno Mars, bevor sie schließlich kurz vor der Pause von den 'alten Hasen' verstärkt wurden. Insgesamt 16 Gitarristen, zwei Schlagzeuger und drei Sängerinnen bevölkerten zeitweilig die Bühne.

Die 'Großen', die – ebenso wie die Mittelstufen-AG – ihren erfolgreichen Neubeginn im vergangenen Jahr der engagierten Leitung von Joschka Wirtz zu verdanken haben, überzeugten sowohl durch ihr abwechslungsreiches musikalisches Programm als auch durch eine gekonnte Bühnenshow, die für viel Heiterkeit sorgte. Lässigkeit war angesagt. Diese kam vor allem im 'coolen' Auftreten der Sänger und Musiker zum Ausdruck, wurde aber zudem in der Bühnendekoration gespiegelt.

Zwei Sofas – ein orangefarbenes und ein blaues–, ergänzt durch einen weißen Ohrensessel, dienten nicht nur als Sitzgelegenheiten für die Musiker, sie bildeten vielmehr den optischen Rahmen, in dem sich ein Spiel von Leidenschaftlichkeit und Understatement entfalten konnte.

Nachdem ihn seine Mitspieler ebenso plötzlich wie sang- und klanglos allein auf der Bühne zurückgelassen hatten, legte der Percussionist der Gruppe, Frank Rübsaamen, ein beeindruckendes Schlagzeugsolo hin.

Auf schnelle Rhythmen folgten ruhigere, nachdenklich stimmende Stücke. Besonders durch den Song „9 Crimes“ von Damien Rice, unter Klavierbegleitung von Michelle Dapprich als Wechselgesang zwischen einer männlichen und zwei weiblichen Stimmen vorgetragen (Jonathan Klamer, Timea Kehr, Katharina Kaiser), wurde das Publikum in den Bann gezogen.

Ebenso faszinierend das Klangexperiment von Jonathan und Timea. Mithilfe eines 'live loopings' erklang die Stimme der Sängerin vervielfacht, wodurch eine ganz eigenartige, komplexe Klangstruktur erzeugt wurde.

Dass die Musiktalente auch Menschen mit ausgeprägtem sozialem und politischem Bewusstsein sind, bewiesen sie zum einen durch die einfühlsame Interpretation des Liedes „Hero of War“ von Rise Against, in dem es um die Traumatisierung eines jungen Soldaten im Irak-Krieg geht, zum anderen sollen die Erlöse des von AGEF-Mitgliedern organisierten Getränkeverkaufs an die Opfer der Erdbeben- und Flutkatastrophe in Japan gespendet werden.

Für ihr gekonntes Spiel wurden die Gitarristen Hanna Geißel, Christian Klamer, Ian List, Dominic Rinker, Johannes Ruß und Alexander Schink sowie – nach bestandenem Abitur leider zum letzten Male – Michelle Dapprich, Jonathan Klamer, Katharina Schilling, Joschka Wirtz und der Schlagzeuger Frank Rübsaamen, ebenso wie Sebastian Niepel und Herr Frankenhauser als unentbehrliche technische Helfer im Hintergrund, mit Standing Ovations der Zuhörer belohnt, die natürlich genauso den Mitgliedern der Mittelstufen-AG galten.

Einen bleibenden Eindruck hinterließen die gesanglichen Leistungen von Timea Kehr, Katharina Kaiser (gleichfalls Abiturientin), Jonathan Klamer und Joschka Wirtz. Besonders das unverwechselbare Timbre der Stimme Timea Kehrs im Zusammenklang mit dem klaren, emotionalen Ton Katharina Kaisers und teilweise ergänzt durch die ausdrucksvolle, ungewöhnlich reife Stimme Jonathan Klamers machte die Liedvorträge zu einem mitreißenden Erlebnis.

Text: Dr. Waltraud Strickhausen

Fotos: Silvio Grahn / Thorsten Mehlfeldt