Autonomes Fahren in der Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Westerburg

Selbststeuernde Roboterautos lieferten sich beim RoboCup ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen

Westerburg. Gebannt verfolgten Erbauer und Zuschauer, wie die kleinen Roboterautos beim diesjährigen RoboCup-Wettbewerb in der letzten Woche vor den Sommerferien am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Westerburg über die Rennstrecke flitzten. Die motorisierten Roboterautos werden jedoch nicht ferngelenkt, sondern suchen sich selbständig ihre Route durch die genau festgelegte Rennstrecke in Herzform mit tückischen Kurven.

Über Monate hinweg haben die Schülergruppen aus den Nawi-Kursen der Klassenstufe zehn geschraubt, zusammengebaut, programmiert und immer wieder Testrunden auf der Rennstrecke fahren lassen. In den fahrbaren Robotern sind spezielle Sensoren verbaut, die den Streckenverlauf automatisch erkennen und die kleinen Rennwagen in der Spur halten sollen – nicht unähnlich der automatischen Spurerkennung bei den „großen Brüdern“ der modernen Personenkraftwagen. Das „Gehirn“ der Rennwagen bildet ein kleiner Arduino-Computer, der mit dem Chassis fest verbaut ist und sowohl Lenkung als auch Motorsteuerung in Eigenregie übernimmt.

Die hervorragende Rundenbestzeit des Vorjahres von nur 5,9 Sekunden galt es zu unterbieten. Mit Akribie justierten die Teilnehmer die verbauten Sensoren und überarbeiteten die Computerprogramme vor und nach den drei Wettbewerbsdurchläufen. Überraschung und Ärger stand den jungen Ingenieuren ins Gesicht geschrieben, als die Roboterautos bisweilen allzu autonom agierten und trotzig die Rennstrecke verließen, um dann ziellos durch die Aula des Gymnasiums zu irren. Dann galt es erneut zu testen und etliche Parameter des Computerquelltextes zu optimieren. Die Klassenkameraden verfolgten den Rennverlauf auf der großen Leinwand und feuerten die Teams an.

Luca Pieschl und Elias Eisenreich meisterten die anspruchsvolle Aufgabe am schnellsten und freuten sich über den ersten Platz, dicht gefolgt von Nico Helsper und Jannis Dasbach. Den dritten Platz belegte das Renn-Team von Alexander Kloft und Pascal Jung. Der bestehende Rundenrekord von 5,9 Sekunden konnte in diesem Schuljahr jedoch nicht geknackt werden. Dieser Herausforderung werden sich die Schülerteams beim RoboCup im kommenden Schuljahr stellen müssen.

Organisiert wurde der RoboCup-Wettbewerb von den Lehrern Dietmar Rappen, Thomas Seifner und Uwe Dietze. Ihnen dankt die Schulleiterin Ute Klapthor und gratuliert den erfolgreichen Nachwuchs-Ingenieuren. Vielleicht werden sie selbst in wenigen Jahren schon in „richtigen“ selbststeuernden Autos sitzen und mit den gewonnenen RoboCup-Erfahrungen die Ingenieurskunst der „großen“ autonomen Fahrzeuge bewundern.

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