Technik im Zukunftstruck hautnah erlebt

Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ließen sich von MINT-Fächern faszinieren. Seit gut zwei Monaten fährt der Touch-Tomorrow-Truck der Hans-Riegel-Stiftung mit Sitz in Bonn Schulen in ganz Deutschland an, um Schülern Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven in den MINT-Fächern – also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – aufzuzeigen. Ihre Neugier soll durch das Erleben und Ausprobieren von Zukunftstechnologien geweckt und Berührungsängste abgebaut werden. So möchte die Stiftung ihren Beitrag gegen den Fachkräftemangel in diesen Bereichen leisten. Gestern konnte der Truck die Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Westerburg inspirieren. 

Bereits der Container, in dem Zukunftstechnik erlebbar werden soll, wird seinem Thema gerecht. Es ist schwer vorstellbar, dass dieses zweistöckige und überbreite Ding auf der Straße von einem Lkw gezogen werden kann. „Es ist ein kleiner Transformer“, schwärmt einer der Naturwissenschaftler, der die Schüler an den einzelnen Stationen begleitet. Innerhalb von zwei Stunden schiebt eine Hydraulik den Container auf Transportmaße zusammen. Ein Auf- oder Abbau per Hand entfällt damit weitestgehend. Das übernimmt Technik.

Zu Beginn des Besuchs bekommt jeder Schüler einen kleinen Würfel geschenkt. Den können sie nutzen, um interessante Informationen abzuspeichern, natürlich alles drahtlos und unkompliziert. Ein Wischen auf einem Bildschirm genügt, und das Material ist auf dem Würfel gespeichert. Zu Hause reicht ein Knopfdruck am Würfel, und die Informationen werden auf dem heimischen Laptop angezeigt.

Im Truck erwarten die Schüler acht Stationen. An der einen geht es um Gedankensteuerung: Mit einem kleinen Kopfband werden Gehirnströme ausgelesen. Auf diese Weise sollen die Schüler einen Ball in einem Computerspiel durch ein Labyrinth steuern. An einer anderen Station setzen die Schüler ein Programm für einen Roboter zusammen. Die Maschine soll ein Plüschtier ergreifen, zu einer Ablage gehen und das Tier darin platzieren. Ein paar Mal müssen die Schüler das Programm umstellen, aber schließlich landet das Tier genau da, wo es hinsoll. Gleichermaßen werden die Themen Mobilität in der Zukunft, Datenverschlüsselung und smarte Textilien für die Schüler an den anderen Stationen greifbar.

Madlen und Marie, zwei Schülerinnen der zehnten Klasse, sind besonders begeistert, als sie an einer Station die smarten Brillen aufsetzen. Die folgende Aufgabe, einen kleinen Motor zusammenbauen, erledigen sie mit Leichtigkeit, denn vor ihren Augen werden die Anweisungen zum Zusammensetzen des Motors praktischerweise gleich eingeblendet. Augmented Reality nennt sich diese Technik, die bereits in der Arbeitswelt eingesetzt wird.

Auf ihrem Würfel speichern die beiden 15-Jährigen Infomaterial über MINT-Ausbildungs- und Studiengänge. Bequem nach Studienorten sortiert können sich die beiden anschauen, welche Bildungsangebote es in ihrer Nähe gibt.

Vor einer Ausbildung müssen die beiden aber zunächst ihre Schule abschließen. Mit Beginn des kommenden Schuljahres steht für beide die Wahl ihrer Leistungskurse an. Vielleicht kommt für sie jetzt ein MINT-Fach infrage. 

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 10. August 2018,
mit freundlicher Genehmigung der Westerwälder Zeitung.

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