Vom Wunsch zur Wirklichkeit. Das Konrad-Adenauer-Gymnasium feierte die rundum gelungene Neugestaltung und Erweiterung seines Schulgebäudes

„Ende gut, alles gut“, lautete das Fazit von Oberstudiendirektorin Ute Klapthor in ihrer Begrüßungsansprache anlässlich der offiziellen Einweihung des um- und neugestalteten Schulgebäudes am 2. März 2012. Dem konnten die zahlreichen geladenen Gäste, darunter prominente Politiker, Direktoren und Lehrer anderer Schulen, ehemalige und aktive Kollegen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Eltern- und Schülerschaft mit Sicherheit nur zustimmen. Denn das Gebäude erstrahlt nicht nur von außen in neuem Glanz, es bietet auch erheblich verbesserte Lern- und Arbeitsbedingungen.

Was jedoch an Organisationstalent und Arbeit dahintersteckt, die Baumaßnahmen, die sich über einen Zeitraum von fast zwei Jahren erstreckten, mit einem weiterhin reibungslos verlaufenden Schulbetrieb in Einklang zu bringen, das vermochten sich wohl nur wenige unter den Festgästen so recht vorzustellen.

Das „ABC des Bauens“ hätten sie und ihre beiden damaligen Stellvertreter, die Studiendirektoren Reinhard Schüller und Hanns Georg Tischbein, lernen müssen, berichtete die Schulleiterin. In der Bauphase „prallten Welten aufeinander“. Den Ausgleich zu finden zwischen den Ansprüchen der Fachbereiche und des Kollegiums, die für ihr jeweiliges Gebiet natürlich erst einmal die bestmögliche Ausstattung wünschten, und den Grenzen, die von Geldgebern und Planern im Hinblick auf die finanzielle wie auch technische Machbarkeit gesetzt wurden, stellte die Schulleitung vor eine große Herausforderung.

Dass diese erfolgreich gemeistert und damit der Standortvorteil durch ein modern ausgestattetes Gymnasium mit hohem fachlichem Anspruch gestärkt wurde, unterstrichen die nachfolgenden Redebeiträge.

Landrat Achim Schwickert bezeichnete das Konrad-Adenauer-Gymnasium als eine der „tragenden Säulen“ in der Schullandschaft des Westerwaldkreises. Es sei ein Anliegen des Kreises, dass die staatlichen Schulen in ihrer Ausstattung gegenüber den privaten nicht zurückfallen sollten. Deshalb engagierte sich der Kreis sowohl mit Eigenmitteln als auch einem zinslosen Darlehen des Bundes, das zum Teil bereits zurückgezahlt sei.

Eine „Runderneuerung“ der Schule sei dringend notwendig gewesen und das Ergebnis als sehr gelungen zu bezeichnen, wofür allen Beteiligten, insbesondere dem Architekten Thomas Schäfer, den am Bau beteiligten vorwiegend regionalen Handwerksunternehmen, der Schulleitung, den Mitarbeitern und den Kreisgremien großer Dank gebühre.

Die Schule solle, so betonte ihr Hausherr, vor allen Dingen Menschen Platz bieten. Und so ermahnte Schwickert denn auch Lehrer und Eltern, besonders aber die Schüler selbst, sich ihrer Verantwortung für das Große und Ganze, also für das Gemeinwesen bewusst zu werden und diese „Gesamtverantwortung“ auch in ihrem zukünftigen Berufsleben wahrzunehmen. „Vergesst nicht die Freude an einem bewussten Leben […] und denkt immer daran, wo ihr herkommt, ihr seid nämlich Westerwälder.“

Auf den Wirtschaftsstandort Westerwald und die dafür maßgebliche Bedeutung einer guten schulischen Ausbildung ging auch Staatssekretär Walter Schumacher ein, der mit dem Land Rheinland-Pfalz den zweiten und wichtigsten Geldgeber repräsentierte. Das Land und der Westerwaldkreis haben zusammen immerhin eine Summe von 4,6 Millionen Euro in den Ausbau des Gymnasiums investiert.

Das Geld sei sehr gut angelegt, da damit beste Rahmenbedingungen geschaffen werden konnten, die letztlich wiederum der Förderung der heimischen Wirtschaft zugutekämen. Schumacher verwies zum Beispiel auf die hervorragenden Studien- und Berufsmöglichkeiten in der heimischen Glas- und Keramikherstellung.

Er würdigte die verschiedenen Schwerpunkte des Konrad-Adenauer-Gymnasiums und betonte seinen ausgezeichneten Ruf. Es sei schon in der Vergangenheit immer wieder Vorreiter und Vorbild gewesen für andere Schulen im Land. Die neuen Räume sollten nun neue Ideen kreieren und Freude am Lernen wie auch Freude in der Schulgemeinschaft bewirken.

Zur Auflockerung der Festveranstaltung wurden im Anschluss an die Vorträge zwei Podiumsrunden gebildet, die von den Studiendirektoren Holger Peda und Hanns Georg Tischbein zu ihrer Sicht der Baumaßnahmen befragt wurden. Die eine bestand aus den „Machern“: Architekt Thomas Schäfer als Repräsentant aller am Planungsprozess aktiv Beteiligten sowie den beiden Landtagsabgeordneten Hendrik Hering und Ralf Seekatz, die andere aus den „Beglückten“: dem Vorsitzenden des Fördervereins Markus Hof, der Schulelternsprecherin Claudia Immel sowie Alexander Schink und Dr. Waltraud Strickhausen als Vertretern des Schülersprecherteams und des Örtlichen Personalrats. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Hendrik Hering, griff den Aspekt der Standortsicherung auf und betonte nochmals, dass jeder Euro, der vor Ort investiert werde, gut angelegt sei. Die Landesregierung werde weiterhin in die Bildung der Jugend investieren.

In seiner Funktion als Stadtbürgermeister überreichte Ralf Seekatz, auch im Namen von Verbandsgemeindebürgermeister Gerhard Loos, der Schule eine große Luftbildaufnahme als Geschenk.

Markus Hof, der als ehemaliger Schüler und langjähriger Vorsitzender des Fördervereins auf eine fast 30-jährige Verbundenheit mit der Schule zurückblicken kann, erklärte, dass das Konrad-Adenauer-Gymnasium den Ehemaligen ein „Stück Heimat“ bedeute. Auch von den Vertretern der Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft wurde der Umbau des Schulhauses − trotz zeitweiliger Beeinträchtigungen, die längst vergessen seien − übereinstimmend als enorme Verbesserung begrüßt. Als sehr positive Erfahrung gewürdigt wurden die vielfältigen Mitsprachemöglichkeiten, die ihnen dabei von den Verantwortlichen in Schulleitung und Planungskomitee eingeräumt worden waren.

Mit dem feierlichen Segen der beiden Pfarrer Eckehard Brandt und Ralf Hufsky wurde das neugestaltete Gebäude seiner Bestimmung übergeben.

Den musikalischen Rahmen der Festveranstaltung gestalteten die Big Band, dirigiert von Reinhard Strauch, und der Oberstufenchor unter der Leitung von Sabine von Keitz.

Hannah Wolf (Querflöte), auf dem Klavier begleitet von ihrem Vater Antonius, und Sarah Rittweger auf dem Akkordeon erfreuten die Gäste durch weitere musikalische Darbietungen. Anschließend konnten sich alle Interessierten unter fachkundiger Leitung der Schulleitungsmitglieder von der innovativen technischen Ausstattung und der angenehmen Arbeitsatmosphäre in den neuen Gebäudeteilen überzeugen oder sich in der Aula einen Film zur Schulgeschichte anschauen, bevor sie sich in der neuen Lounge (im Verwaltungsjargon „Fahrschülerarbeitsraum“ genannt) an den angebotenen Erfrischungen und Häppchen stärkten.

Text: Dr. W. Strickhausen

Fotos: T. Mehlfeldt / U. Preis

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