Zum letzten Mal zeigen die "Walrösser" der MSS 13, was sie können

Am 15.12.16 fand in der Aula des KAG das Abschlusskonzert der aktuellen MSS 13 statt. Einzelne Schüler und größere Gruppen konnten Liedbeiträge beisteuern, die sie in den vorigen Monaten vorbereitet hatten. Dazu kamen einige erfrischende Poetry-Slam Texte. Das Finale war eine ausgeklügelte Tanznummer.

‚Buchstabieren können wir‘, wollte der Musikgrundkurs unter der Leitung von Frau Schätzel und Herr Murawski wohl zeigen, als sie mit „ABC“ von den Jackson 5 das Konzert einleiteten. Nach einem eher wackligen Start endete das Stück fulminant und setzte damit einen stabilen Grundstein für den folgenden Abend.

Gleich darauf trugen drei Schülerinnen (Ricarda O., Luisa W., Luisa L.) an der Gitarre und mit zweistimmigen Gesang „Little Talks“ vor. Ihre Aufregung war spürbar, so auch bei dem zweiten Stück „The Greatest“, doch das nahm den beiden Nummern nicht ihre Zauberkraft. Gebannt hing das Publikum an jedem neuen Akkord und belohnte die Mühen der Musiker mit einem stürmenden Applaus. Statt Musik folgte dann ein erster Poetry-Slam Text („Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, Quichotte) von Franziska W., die mit ihren lustigen Anekdoten und der Vorstellung der einzelnen Acts das Publikum durch den Abend führte. Zwar mag der ein oder andere bei dem Text stellenweise die Stirn gerunzelt haben, aber niemand kann an 18-jährige Schüler die Anforderung stellen, ein vollkommen jugendfreies Programm aufzuführen.

Pauline L. und Markus L. brachten mit zwei Saxophon-Duetten auch etwas für die Liebhaber barocker Musik mit und unterhielten mit „Siciliana“ und nach einem kleinen Sprung durch die Epochen mit „In The Mood“, was für ausgelassene Stimmung sorgte.

Anschließend trug Alex F. am Klavier den Song „I’m Not The Only One“ vor und brachte die Herzen der Zuschauer durch das ebenmäßige, wohlklingende Zusammenspiel von seiner Stimme und den fließenden Akkorden zum Schmelzen. Als Aurelia B. und Kevin K. dazu kamen und zu dritt „Let It Go“ vorgetragen wurde, war es nahezu unmöglich, nicht zum Taschentuch zu greifen. Gemeint ist natürlich nicht das aufreibende Solo der Eiskönigin aus dem Disney-Film, sondern der gefühlvolle, gleichnamige Song vom britischen Sänger und Komponisten James Bay.

Nach einer Pause, in denen es zu angeregten Gesprächen, großem Lob und lang ersehnten Wiedersehen kam, trug der zweite Musikgrundkurs unter der Leitung von Frau Kloft „The Lion Sleeps Tonight“ von dem Komponisten Solomon Linda vor. Die peppige Version unter dem Einsatz unüblicher Instrumente, wie Boomwhackers und Bongos, sorgte auch in der zweiten Hälfte des Konzerts für gute Stimmung. Mit einer ähnlich fetzigen Interpretation des altbekannten Weihnachtslieds „Feliz Navidad“ erinnerte der Kurs an das Weihnachtsfest, das uns in wenigen Tagen bevorsteht und passte sich der festlichen Dekoration an, die die SV in der Aula angebracht hatte.

Wieder wurde der musikalische Teil des Abends kurz unterbrochen und für die Liebhaber der Literatur, beziehungsweise die Feinde der Physik wurde ein weiterer Slam-Text von Franziska W. in Begleitung von Luisa S.  vorgetragen. „Physik ist schön. Niemand braucht Physik.“, von Jan-Philipp Zymny traf bei den Zuschauern, die als Schüler oder als ehemaliger Schüler alle mal mit dem Fach kämpfen mussten, auf großes Verständnis und ebenso großes Amüsement.

Dann folgten zwei Musikerinnen, die beide schon zuvor auf der Bühne gestanden hatten. Pauline L. und Ricarda O. trugen „To Be With You“ vor und letztere meisterte mit Bravour ein Gitarrensolo, vor dem sie sich schon seit Wochen gefürchtet hatte. Anschließend griffen sie zur Ukulele, holten sich Markus L. für das Cajon auf die Bühne und belebten ein Medley wieder, dass sie schon am Gitarren AG Konzert in der ersten Hälfte des Jahres 2016 vorgetragen hatten. Was unter dem Namen „Helene-Fischer-Hitmix“ bekannt wurde, hat mit der deutschen Schlager-Sängerin außer dem Namen nichts gemein, aber ‚das Kind brauchte einen Namen‘. Wieder erhielt die Gruppe Zuwachs (Valerie S., Pauline G., Franziska S.) und mit viel viel Percussion, viel viel Aufregung und viel viel Chorgesang wurde „Brighter Than The Sun“ vorgetragen, was der Jahreszeit womöglich nicht entsprach, aber die Sehnsucht nach dem Sommer sehr gut ausdrückte. Bevor sie die Bühne verließen wurden die Instrumente zur Seite gestellt und ein A- Capella-Arrangement des Liedes „Der Schweinachtsmann“ vorgetragen, was vor allem dank dem Grunzen zwischen den Strophen für Erheiterung sorgte.

Das musikalische Finale wurde von Aurelia B., Alex F., Kai-Lukas H., Mara K. Lana S., Luisa S. und Luisa W. gesungen und von Kevin K. am Klavier begleitet. In einem aufwendigen Arrangement, unter dem Namen „4 Chord Song“ von der australischen Band „Axis of Awesome“ bekannt, durchbrachen sie alle Genregrenzen und verbanden Punkrock mit Pop, italienischer Oper und Deutschrap. Dabei sorgten sie im Publikum für atemloses Staunen, denn das Arrangement war in Teilen sehr anspruchsvoll, oder für leichtherzige Lacher, denn Kai-Lukas H. wusste seine dröhnende Bass-Stimme kreativ einzusetzen. Mit einem donnernden Applaus bedankte man sich für die großartige Performance, ehe die Bühne für den Augenschmaus des Abends geräumt werden musste.

Zuvor schaltete sich Franziska W. nochmal für einen kurzen Slam-Text dazwischen, bei dem der ein oder andere sich eine Lachträne nicht verkneifen konnte. Zwar ging es in dem Text um Walrösser („Das nächste Leben: Walross“, Kirsten Fuchs), aber schon in ihrer Einleitung stellte die Slammerin heraus, dass die einen oder anderen Parallelen zwischen Schülern und Walrössern bestünden. ‚Alles was ich nicht kann, weiß ich nicht. Es gibt also meines Wissens nach nichts, was ich nicht kann‘ ist eine der vielen Passagen, die beweisen, wie Recht Franziska mit der vorangestellten Behauptung hatte.

Zu Ed Sheerans „Photograph“ führte Lorena K. mit ihrem Tanzpartner von außerhalb eine bewundernswerte und atemberaubende Choreographie auf, die aus fließenden Bewegungsabläufen bestand. Während der Aufführung fragte sich ein Großteil des Publikums wohl, wie die Bewegungen nachzustellen wären, die Lorena da zeigte. Einig war man sich sowohl in Ver-, als auch in Bewunderung über die Darbietung, die in Grazie und Eleganz keine Wünsche offen ließ.

Eigentlich hätte das Programm an diesem Punkt sein Ende erreicht. Da aber einige Schüler in Erfahrung gebracht hatten, dass die Lehrerin des Latein Grundkurses, Frau Reinhard, Geburtstag hatte, wollte man es sich nicht nehmen lassen, ihr ein Ständchen zu bringen. Nach „Happy Birthday“ und „Wie schön, dass du geboren bist“, etlichen Danksagungen und der verdienten Selbstbeweihräucherung der Stufe wurde das Publikum zufrieden, gesättigt und gut unterhalten in den Donnerstagabend entlassen.

Bericht: Pauline Lantermann

Fotos: Sami Abou Alzahab / Thorsten Mehlfeldt

Impressionen des Konzertabends