„Kommunikation“ war Thema der Lehrerfortbildung am Konrad-Adenauer-Gymnasium

„In der Kommunikation ist das Missverständnis die Regel, die Ausnahme ist das Verständnis.“ Diese frappierende These des Kommunikationstheoretikers Paul Watzlawick griff der externe Referent Dr. Elmar Philipp (Lohmar bei Bonn) in seinem Impulsreferat auf, mit dem der Fortbildungstag des Kollegiums am 9. Mai eröffnet wurde.

Möglichkeiten der Optimierung von Kommunikationsprozessen unter allen am Schulleben Beteiligten wie auch der professionelle und zugleich wertschätzende Umgang mit Kommunikationsstörungen und Konflikten standen im Mittelpunkt der anschließenden Workshops.

Elmar Philipp referierte über die Erkenntnisse der neueren Hirnforschung, der Team- und Gruppenforschung sowie einer Forschungsrichtung, die sich „Change Management“ nennt. „Mache Betroffene zu Beteiligten“, sei das A und O für eine gelingende Schulentwicklung. Er stellte empirische Erfolgsfaktoren vor und erläuterte die Hintergründe und dabei ablaufenden Prozesse. In zwei schon nach kurzer Zeit ausgebuchten Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer unter seiner Anleitung mit den Herausforderungen der Zukunft angesichts einer sich verändernden Schülerschaft und erarbeiteten mögliche Lösungsstrategien.

Als weitere Expertin von außerhalb bot Dr. Robina Böhnke vom Schulpsychologischen Beratungszentrum Hachenburg zwei Workshops zum Thema „Kollegiale Fallberatung“ an. Hinter dem Begriff verbirgt sich der regelmäßige Austausch innerhalb einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern über einen jeweils neu ausgewählten konkreten Problemfall. Ziel ist, zum einen für den aktuell Betroffenen, zum anderen aber für alle Teilnehmer in ähnlichen Situationen Lösungsmöglichkeiten bereitzustellen. Frau Böhnke wird künftig die ersten Treffen einer solchen Gruppe leiten, die ähnlich der schon früher am KAG praktizierten „Supervision“ ablaufen sollen.

Getreu dem Motto „Schatzsuche statt Defizitfahndung“ wurden alle weiteren Arbeitsgruppen von Expertinnen und Experten aus dem eigenen Hause bestritten. Eine von Schulleiterin Ute Klapthor geleitete Gruppe unterzog das Schulleitbild des Konrad-Adenauer-Gymnasiums einer kritischen Prüfung und formulierte dessen verstärkte Publikation und die Förderung der Identifikation als konkrete Ziele. Stefanie Buchmayer, die sich zu diesem Thema in den letzten Jahren intensiv fortgebildet hat, stellte den Teilnehmern ihrer beiden Workshops den sogenannten „No Blame Approach“ vor, mit dessen Hilfe Mobbing unter Schülern auf eine für alle Beteiligten nicht-verletzende und zufriedenstellende Weise gelöst werden können. Sie hat diese Methode bereits erfolgreich durchgeführt. Um Konflikte unter Schülern ging es auch in zwei Arbeitsgruppen zum Thema „Streitschlichtung“, die von Stefan Neitzel und Jutta Meurer geleitet wurden. Dieses Konzept der Mediation, bei dem dafür eigens ausgebildete Schüler zu festgesetzten Zeiten als „Schlichter“ zur Verfügung stehen, wird bereits seit längerem am KAG angewendet.


Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war die Intensivierung der Kommunikation unter den Kolleginnen und Kollegen. Thorsten Mehlfeldt und Anke Marburger führten ihre Workshopteilnehmer in die konstruktive Gestaltung von Beratungs- und Konfliktgesprächen ein. Diese erhielten nützliche Strukturierungshilfen für die Gestaltung solcher Gespräche und erprobten diese in Rollenspielen. Im Rahmen eines gemeinsamen COMENIUS-regio-Projekts mit der polnischen Partnerschule in Krakau, der polnischen und deutschen Schulaufsicht sowie dem pädagogischen Landesinstitut wird am KAG die „Kollegiale Hospitation“ als Möglichkeit genutzt, sich von einem Kollegen / einer Kollegin zu einem konkreten Aspekt der Unterrichtsgestaltung Rat und Hilfe einzuholen. Dieses Konzept wurde von Katrin Keller und Nicole Zimmer vorgestellt. In dem Workshop „Förderliche Kommunikation im Schulalltag“, geleitet von Astrid Zahn, Ralf Giesecke-Schwerdt, Heike Niepel und Waltraud Strickhausen, ging es um den Austausch innerhalb des Kollegiums, zwischen Kollegium und Schulleitung sowie zwischen Kollegium und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule. Gegenstand der Diskussion waren u.a. die zunehmende Informationsflut, die Beteiligung von Kolleginnen und Kollegen bei der Unterrichtsverteilung sowie die unterschiedlichen Teamkulturen und Beziehungen innerhalb des Kollegiums. Vorschläge zur Durchführung konkreter Maßnahmen wurden entwickelt und sollen in nächster Zeit in Angriff genommen werden.

Auch die informelle Kommunikation wurde sehr gefördert durch ein gemeinsames Mittagessen in der Schule, angeliefert vom Gasthof „Adler“ und bereichert durch eine Kuchenspende der Kollegin Astrid Zahn. Die liebevolle Gestaltung der Räume übernahm Kollegin Heike Niepel. Großer Dank galt allen Referentinnen und Referenten, Studiendirektor Hanns-Georg Tischbein für die gewohnt perfekte Organisation wie auch dem Örtlichen Personalrat, der zum Thema der Fortbildungsveranstaltung die Anregung gegeben hatte.