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Sherlock in Love

 

Love and laughs

Am Abend des 8. Juli 22 führte die Theater-AG des KAG unter der Leitung von Bärbel Kempf und Kerstin Krämer nach zweijähriger Corona-Pause das Stück „Sherlock in Love“ auf der Bühne der Schule auf. Das Publikum feierte das kulturelle Zusammenkommen, insbesondere ob der fulminanten Darstellung des humorvoll angelegten Stückes.

Die Themen waren altersübergreifend aktuell. Hinter einem spannenden Kriminalstück verbarg sich – wie der Titel in Teilen verrät – eine Liebeskomödie, aber auch die Rolle der Frau wurde auf vielfältige Weise mal derb, mal unterschwellig kritisiert.

So waren die Frauen des Stücks in gesellschaftlichen Rollen wie der einer Haushälterin, Martha – gespielt von Uta Johanna Menningen – die eigentlich tragenden Köpfe bei der Lösung des Kriminalfalls. Die Schwestern Charlie – gespielt von Sophia Kalowsky – und Susi (Lisa Schneider) schmiedeten gemeinsam mit der Bordsteinschwalbe Angelina (Lea Müller) dabei ihre eigenen Intrigen, bei denen sie die Männer in Führungspositionen vorführten. Sherlock (Christian Uwira) und Watson (Mirja Salmon) verschwanden in ihren Rollen als Detektiv und Doktor hinter den Damen, nicht aber in ihrer schauspielerischen Leistung. Besonders raffiniert: einige Männerrollen waren mit Damen besetzt, was dem Ganzen die Aktualität der Auflösung der Geschlechterrollen gab.

Zudem wurde die Handlung und dadurch auch die zwischen Publikum und Bühne bestehende vierte Wand durch einen aus dem Publikum kommenden, stürmischen Fan des Sherlock Holmes (Alessia Sieberg) unter- bzw. durchbrochen, was zu spontanem Szenenapplaus führte.

Die schauspielerische Leistung der jungen DarstellerInnen verlieh darüber hinaus dem Thema eine unbeschwerte Leichtigkeit, was in den Wortspielen des Autors Kai Hinkelmann angelegt war. Durch exzellentes Timing, gewitzte Intonation und körpersprachliche Deutlichkeit gelang es den jungen SchauspielerInnen das Publikum mitzureißen, welches die Aufführung mit großem Gelächter und Applaus verfolgte. Die hinreißende Reporterin Lowsmith (Antonia Wüst) entpuppte sich zuletzt als intrigant statt liebreizend und gab dem Stück eine überraschende Wendung. Inspektor Gregson (Mariella Jung) und Policeman MacKinnon (Elysa Wenzel) trugen ebenso zu dem unterschwelligen und teils deutlichen Witz des Stückes bei. Obwohl teils übertrieben angelegt im Drehbuch gelang es den jungen Kreativen, in ihrer Darstellung nie zu übertreiben und immer den richtigen Ton zu treffen. Eine famose Leistung!

Die Bühnentaucher-AG arbeitete im Verborgenen, um mithilfe der Technik alles ins rechte Licht zu setzen und durch den richtigen Ton den SchauspielerInnen Gehör zu verschaffen.

Die SchülerInnen der 8. Klasse erhielten darüber hinaus die Gelegenheit, mit ihren LehrerInnen während der Schulzeit das Theaterstück schon am Vortag zu genießen. Dank der umfangreichen Unterrichtsmaterialien von Frau B. Kempf und Frau K. Krämer konnte dies in den Deutschunterricht mit Vorbereitung und Nachbereitung eingebracht werden.

Der Abend hatte noch einen schönen Ausklang mit gemütlichem Beisammensein und Austausch über das Stück und hat so für Gesprächsstoff zwischen Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen gesorgt. Die Schulgemeinschaft hofft auf ein neues Stück im nächsten Jahr und freut sich, wieder so zahlreiche Besucher begrüßen zu dürfen.

Text: Katrin Neitzel

Bilder: Christoph Simon