Constantin Schreiber zu Gast bei den "Westerburger Gesprächen"

Constantin Schreiber sprach im Rahmen der Westerwälder Gespräche in der Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Der ARD-Journalist hatte 2016 den Grimme-Preis für seine Sendereihe „Maraba - Ankommen in Deutschland“ erhalten. Die fünfminütigen Sendungen, die Flüchtlingen z. B. aus Syrien und Afghanistan das Leben in Deutschland erklären, moderierte Schreiber in arabischer Sprache.

Jenny Groß, die zusammen mit Dominic Bastian die Nachfolge von Heinz Fischer und Walter Eggert bei der Organisation der Gesprächsreihe angetreten hat, führte in Westerburg gekonnt und charmant durch den Abend. Versiert begrüßten Hannah Wolf und Rebecca Dasbach, Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12, das Publikum mit einem musikalischen Leckerbissen für Klavier und Querflöte. 

In jüngster Zeit erregten Constantin Schreibers Erfahrungen in 13 deutschen Moscheen, die er im ARD-Dreiteiler „Der Moscheenreport“ dem Fernsehpublikum zeigt,  große Aufmerksamkeit. Die letzte Folge wurde am 22.05.2017, also unmittelbar nach seinem Auftritt in Westerburg, auf Tagesschau24 ausgestrahlt. „Er recherchierte in einer für uns teils sehr unbekannten Realität“, stand treffend in der Ankündigung des Abends.  

Dass Constantin Schreiber beim komplexen Thema der Integration und der Rolle der Moscheen zunächst auf Fragen stieß und Probleme anzeigte, zog sich als roter Faden durch den interessanten Abend. Die Reaktionen in den sozialen Medien, die er erhielt, zeigen, dass die Sachrecherchen vielfach Hassattacken provozieren. Um jedes Risiko zu vermeiden, saßen Polizisten in Uniform im Publikum, deren Amtsvollmacht in der sachlichen Gesprächsatmosphäre in Westerburg allerdings in keiner Phase benötigt wurde. 

Die Fragen nach einer vollständigen Diagnose der Lage und nach einer Lösung mussten am Freitagabend offen bleiben und ließen viele Zuhörer nachdenklich zurück. Der investigative Journalist hat offensichtlich auch in seinem Buch „Inside Islam“, das von diesen Moscheeerfahrungen berichtet, ein „heißes Eisen“ angepackt.

Es bleibt zu hoffen, dass nach einem gesellschaftlichen Diskurs die Brücken tragfähiger werden, die Constantin Schreiber mit „Maraba“ eröffnet hat.