Biologieunterricht (un)fassbar nah in und an der Natur

Im Rahmen des Biologieunterrichts erkundete die Klasse 8a gemeinsam mit ihrer Biologie-Lehrerin Frau Pauly-Marz und dem Dipl. – Biologen Philipp Schiefenhövel die Flora und Fauna des an das KAG angrenzenden Waldgebietes.

Wir erhielten zunächst einen Einblick in die „Stockwerke des Waldes“ und staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass eine Eiche das stolze Alter von 800 Jahren erreichen kann. So wurde uns auch noch einmal die umfassende Bedeutung des Waldes nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern vor allem als Lebens- und Erholungsraum bewusst gemacht.
Beeindruckend war, dass Herr Schiefenhövel die Stimmen vieler Vogelarten erkannte und diese sogar teilweise nachahmen konnte. Wir versuchten uns auch darin, erhielten aber keine Antwort auf unser Gepfeife.
Beim Anblick zweier Gärten, von denen der eine im ersten Moment „ungepflegt“ erschien und der andere dagegen sehr aufgeräumt und ordentlich aussah, wurde uns nach kurzem Lauschen und Betrachten schnell bewusst, welcher der für die Umwelt wertvollere ist. Der Begriff „Biodiversität“,     den wir vorher nur aus dem Unterricht und dem Biologiebuch kannten, wurde uns nun auf einmal ganz klar vor Augen geführt und zu Gehör gebracht.
Wir kamen an einer Streuobstwiese vorbei, erhielten eine kurze Einführung in das Veredeln von Obstbäumen und legten bei herrlichem Sonnenschein eine Frühstückspause ein. Dann ging es auch schon weiter über Stock und Stein bzw. umgefallene Baumstämme.  Der letzte Sturm hatte hier seine Spuren hinterlassen; für uns eine willkommene Kletterpartie.
Nächste Station war eine Feldhecke; dort erfuhren wir Interessantes über das Phänomen der Gallbildung. Die Heckenrose hat eine ganz besondere Taktik entwickelt, um sich gegen die Einstiche der Gallwespe und ihre aus den Eiern schlüpfenden Larven zu verteidigen. Das Pflanzengewebe wuchert, und dadurch wiederum haben die eingeschlossenen Larven eine gute Möglichkeit den Winter geschützt zu überstehen.
Auch ein Misthaufen, an dem wir normalerweise achtlos vorüberziehen würden, erhielt unsere Aufmerksamkeit, denn dieser bietet zahlreichen Tieren wie Eidechsen, Mistkäfern, Vögeln, Regenwürmern u.a. Lebensraum, Nahrungsquelle, Schutz oder ein „zu Hause“.
Uns wurde bald klar, dass wir mit viel offeneren Augen unterwegs sein sollten, und wie wichtig es ist auf Kleinigkeiten wie z.B. Markierungen an Ästen zu achten. Jäger nutzen diese, um erkennen zu können wie stark der Wind weht und wie weit sie zielsicher schießen können.
Wir machten uns auf unserem weiteren Weg durch den Wald einen Spaß daraus, uns gegenseitig mit „Kletten“ zu bewerfen. Dabei erfuhren wir nebenbei, dass sich der Mensch viele Phänomene aus der Natur abgeschaut hat, um sie dann auf die Entwicklung technischer Dinge zu übertragen: In diesem Fall den Klettverschluss, denn auch dort werden Widerhaken verwendet, um etwas zusammen zu halten.
In Zukunft wissen wir auch zwischen Fichten- und Tannenzapfen zu unterscheiden. Uns allen hat die Exkursion sehr gut gefallen; es war zum einen eine willkommene Abwechslung, wir haben ohne es zu merken eine Menge gelernt und hatten dabei auch noch Spaß.
Selbst die zum Schluss an uns alle gerichtete Aufgabe, den verloren gegangenen Handschuh unserer Bio-Lehrerin wiederzufinden, meisterten wir mit Bravour.