Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums bauen Luxusnisthilfen für Wildbienen

Im Rahmen der Projekttage widmeten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema Insektensterben und Möglichkeiten, diesem entgegenzuwirken, auf vielfältige Weise. Am ersten Projekttag fanden sich 46 Schülerinnen und Schüler bei ihren betreuenden Lehrkräften Bärbel Kiehne, Dominic Bastian und Astrid Zahn ein. Unterstützung erfuhren diese durch das Schulumweltsprecherteam, die MSS-Schüler Maurice Schäfer, Nils Bendorf, Robin Fasel und Leon Schneider.

Als Vorbereitung auf eine Exkursion wurden die Schüler über die häufigsten Insektenordnungen informiert und übten die gewonnenen Kenntnisse spielerisch mithilfe von Insektenrätselkarten ein.
Eine Schülergruppe begab sich anschließend an eine Internetrecherche zu möglichen Gründen des Insektenrückgangs, der Bedeutung von Insekten im Ökosystem und zu Möglichkeiten, die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Andere Schülerinnen und Schüler begannen, ausgerüstet mit ihren mitgebrachten Akkuschraubern, unter Anleitung von Leander Künkler, einem ehemaligen Schüler des KAG, mit großer Begeisterung die Wildbienenhäuser zusammenzubauen. Eine dritte Gruppe bereitete die vielfältigen Materialien vor, mit denen die Fächer der Häuschen gefüllt werden sollten, und bohrte fleißig Löcher in Holz und Lehmsteine. Die langjährige Erfahrung mit dem schuleigenen  Wildbienenprojekt hat gezeigt, dass besonders Bohrgänge in Hartholz, hohle Stängel von Schilf und Bambus, aber auch Gänge in Lehm besonders gut angenommen werden. Aufgrund der verschiedenen Größen der Wildbienenarten muss  auf  unterschiedliche Durchmesser der Niströhren geachtet werden.
Der zweite Tag stand unter dem Motto: „Ein Tag im Leben eines Naturschützers“.
Alle Projektteilnehmenden besuchten den Naturschützer und Diplombiologen Philipp Schiefenhövel der „Will und Liselott Masgeik-Stiftung“ in Molsberg. Dieser informierte die Schülerinnen und Schüler über die Aufgaben eines Naturschützers und seinen Arbeitsalltag. Danach begab Herr Schiefenhövel sich mit der Hälfte der Gruppe auf eine klassische Naturexkursion, bei der Schüler Einblicke in die Tierwelt mehrerer Lebensräume, wie eine Mahdwiese, einen Streuobstbestand und einen Laubmischwald bekamen. Als Vertreter der Tierwelt des Waldbodens durfte auch eine Kröte geküsst werden, sie verwandelte sich jedoch enttäuschenderweise nicht in einen Prinzen. Der Schwerpunkt lag hier eindeutig auf den Insekten. Die andere Hälfte der Gruppe wurde von der Revierförsterin Ute Hindorff begleitet und konnte hierbei viel über ihren Arbeitsalltag erfahren. Abseits der Wege im tiefsten Wald konnten die Schülerinnen und Schüler auch einiges über naturschutzrelevante Aspekte erfahren, wie z.B. den Schutz von Brutbäumen von Vögeln oder die Notwendigkeit, frisch gepflanzte Bäumchen vor Wildverbiss zu schützen. Auch diese Gruppe fing mit viel Elan Insekten und Frau Kiehne und Herr Bastian waren begeistert von den vorhandenen Grundkenntnissen der Schülerinnen und Schüler.  So konnten sie Laub- und Feldheuschrecken unterscheiden,  verwechselten Fliegen nicht mit Bienen und Wespen und erkannten Käfer an ihren gepanzerten Deckflügeln.
Am dritten Tag galt es nun, die Wildbienenhäuser fertig zu stellen und für das Sommerfest eine informative und ansprechende Ausstellung zu gestalten. So konnten die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag stolz 12 selbstgebaute Wildbienenhäuser ihren Familien präsentieren. Mit großer Ernsthaftigkeit betreuten sie den Stand, führten mit den Gästen ein Wildbienenquiz durch oder bauten kleine Schilfnisthilfen für Interessierte. Die Wildbienenhäuser kann man tatsächlich als Luxusvillen bezeichnen, deren Bau in dieser Form nur durch großzügige Spenden der  NABU-Gruppen Guckheim und Bad Marienberg möglich war. Dafür möchten wir uns sehr herzlich bedanken! Viele Gäste waren begeistert von der Schönheit der Häuschen, so dass die Projektgruppe hofft,  den  einen oder anderen Gast angeregt  zu haben, für den eigenen Garten Nisthilfen zu bauen. Entsprechendes Infomaterial dazu wurde zur Verfügung gestellt.
Abschließend bleibt aufgrund der alarmierenden Zahlen zum Insektenrückgang darauf hinzuweisen, dass gerade Gartenbesitzer viele Möglichkeiten haben, Insekten zu fördern.  So sind der Verzicht auf Gifte und  eine möglichst naturnahe Gestaltung des Gartens mit heimischen Blütenpflanzen ganz wichtige Säulen im Insektenschutz. Dadurch fördert man gleichzeitig die Nützlinge, wie z.B. den blattlausfressenden Marienkäfer und seine Larven. Schäden z.B. durch Raupen und Blattläuse können hierdurch  im tolerierbaren Bereich gehalten werden.
Rückblickend war das Insektenprojekt ein voller Erfolg, an dem sowohl SchülerInnen als auch Lehrkräfte viel Freude hatten.