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alea iacta est! - Die Würfel sind gefallen!

Am vergangenen Freitag wurde der langjährige stellvertretende Schulleiter Hanns Georg Tischbein in seinen Ruhestand verabschiedet. Nach dem schwungvollen Auftakt durch die Big-Band unter der Leitung von Astrid Zahn begrüßte Schulleiter Thomas Wittfeld die zahlreichen Gäste in der Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Die abwechslungsreiche, unterhaltsame und emotional-bewegende Veranstaltung illustrierte eindrücklich die Wertschätzung für den Lehrer, den Kollegen sowie den Menschen Hanns Georg Tischbein, der nach 32 Jahren am KAG nun seinen Dienst beendet.

Anhand von Anekdoten aus dem Schulleben blickten Peter Seelbach (Fachschaft Mathematik) und Martin Schilling (Fachschaft Physik) auf Erfahrungen mit dem scheidenden Kollegen zurück, welcher als ihr damaliger Lehrer unter anderem die „Beschleunigung von Masse“ mit der eigenen Vespa praxisnah erklärte, als Kollege stets engagiert und planungssicher war, modisch immer wieder neue Akzente setzte und als geselliger „Lebemann“ Spaß verstand und zu unterhalten wusste, was  sich symbolisch in Bier und Brezeln widerspiegelte. Thomas Goldhorn und Göran Thomas diskutierten nun eine „spezielle Kurve“ sowie modische Sünden der 1990er-Jahre und fanden damit ebenfalls unterhaltsame Dankesworte.
Jörg Wengenroth vom FFEG lobte die über viele Jahre stattgefundene konstruktive Zusammenarbeit, den vollen Einsatz für die Fachschaft Physik und seine überzeugenden Qualitäten bei der Erklärung von notwendigen Anschaffungen. Hier ging die berühmte „Wellenwanne“ als Running Gag in die Haushaltssitzungen ein, für die Tischbein sich seinerzeit stark gemacht hatte, unter der man sich damals jedoch nichts vorzustellen vermochte. Zusammen überreichte man dem Neupensionär Karten für ein Spiel seines Lieblingsvereins, dem Hamburger SV, für den man sich den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga erhoffe.
Für den Schulelternbeirat erwähnte Marlon Bruschek vor allen Dingen Tischbeins Empathiefähigkeit, sich in die Rolle von Schülerinnen und Schülern hineinzuversetzen und beherzt für deren Belange einzutreten. Man würde ihn gerne länger behalten, habe jedoch Verständnis dafür, dass er nun in den verdienten Ruhestand gehe.
Im Anschluss daran präsentierten Schülerinnen und Schüler des ehemaligen Physik-Leistungskurses ein unterhaltsames Video mit Grußbotschaften seiner ehemaligen Schützlinge, mit der sie an die interessante und unterhaltsame Oberstufenzeit erinnerten.
Hanns Georg Tischbeins umsorgendes Wesen stand ganz im Fokus der Dankesworte seiner Schulleitungskollegen. Ob aufopferungsvolle Hilfe beim Erstellen des Stundenplans, tatkräftige Unterstützung beim Experimentieren mit dem „Photo-Effekt“, die Versorgung mit Espresso und  Süßigkeiten oder das metaphorische Aufhalten des Regenschirms über den Kollegen – Tischbein  war mit Energie und Einsatz für die Kolleginnen und Kollegen da. Neben einer Reihe von persönlichen Geschenken überreichte das Schulleitungsteam (Thomas Wittfeld, Dietmar Rappen, Jutta Meurer, Peter Seelbach, Sabine Dietze-von-Keitz, Georg Kempf und Holger Peda) ihrem scheidenden Mitglied und begeisterten Skilangläufer Karten für ein Skispringen in Winterberg.
Die Mitglieder des Personalrats (Eva Maria Leidig, Martin Schilling, Christoph Rau, Dominic Bastian und Jan Kraemer) erinnerten mit großen Buchstaben an das SMART-Prinzip, welches Hanns Georg Tischbein auf Konferenzen etabliert hatte. Charakteristische Eigenschaften des Kollegen wurden damit in Verbindung gebracht, wobei der menschliche, angenehme Umgang und die sehr gute Zusammenarbeit das Fazit bildeten. Abgerundet wurde der kurzweilige Vortrag mit einer Reihe „smarter“ Geschenke.
Die Schülervertretung attestierte Hanns Georg Tischbein, ein Lehrer zu sein, der das liebe, was er tue. Nebenbei habe er Mathematik und Physik zu den Lieblingsfächern vieler Schüler gemacht. Gut gelaunt, gelassen, humorvoll und mit praxisnahem Unterricht sei er beliebt bei Schülerinnen und Schülern.
Das Wirken in Schulleitungsfortbildungen stellte das Pädagogische Landesinstitut heraus. Hier war Hanns Georg Tischbein seit 2007 geschätzter Kollege im Zentrum für Schulleitung und Personalführung. Von „dem Alten“ habe man Vieles gelernt und sei froh, ihn ab Sommer als „Seniormitarbeiter“ wieder begrüßen zu dürfen.
Die als ABC-Team auftretende Schulleitungsrunde der Westerwälder Gymnasien blickte in einem vorgetragenen Lied augenzwinkernd auf modische und sportliche Anekdoten des Teammitglieds und Pensionärs zurück und bedauerte unter anderem, dass der Schule nun ein Tischbein fehle.
Der nostalgische Diavortrag des Schulleiters Thomas Wittfeld entführte die Anwesenden in den privaten und beruflichen Werdegang von Hanns Georg Tischbein, der als gebürtiger Renneroder 1987 durch einen Versetzungsgesuch vom Wiedtal-Gymnasium an das Konrad-Adenauer-Gymnasium und damit wieder in Heimatnähe kam. Tischbein sei ohne Frage ein guter Lehrer, der Schülern etwas vermitteln wolle, und einfach ein feiner Mensch. Dies bestätige nicht nur der Blick in die Personalakte, sondern auch der in alte Abiturzeitungen. Neben dem Überreichen der offiziellen Urkunde zur Pensionierung wünschte Schulleiter Wittfeld alles Gute für die Zukunft.
Bevor die Abschiedsrede des scheidenden zweiten Stellvertreters begann, erklang nachdenklich, ein wenig melancholisch, aber auch kraftvoll das Klavier, gespielt von Tochter Franziska Tischbein, und stimmte somit atmosphärisch auf die Worte ihres Vaters ein.
Dieser dankte in seiner Rede, welche mit dem Zitat „Alles Wirkliche im Leben ist Begegnung“ von Martin Buber begann, allen Anwesenden für die ausgesprochene Wertschätzung, die Sympathie und die Anerkennung. Mit einem besonderen Dank richtete sich Tischbein an seine anwesende Familie, welche ihn stets unterstützt habe und welche nach wie vor das Wichtigste sei. Im August 1983 wurde er Lehrer aus Berufung und habe seine Fächer bewusst studiert. Sieben Stammkurse, sechs Klassenleitungen, zwölf Physik-Leistungskurse und fünf Mathematikleistungskurse später falle es ihm nicht leicht, zu gehen, dennoch böte diese „Gewichtsverschiebung“ neue Möglichkeiten. Die Zeit am Konrad-Adenauer-Gymnasium sei eine schöne und glückliche gewesen – nun aber seien die Würfel gefallen. „Habt Interesse an den Begegnungen mit Schülern, habt Zuversicht, dass die Verantwortung zu bewältigen ist. Ich wünsche euch, dass ihr das nötige glückliche Händchen beim Werfen des Würfels habt und ihr gewogene und fähige Mitspieler habt“, gab Hanns Georg Tischbein den Anwesenden als Rat mit auf den Weg, bevor er sich schlussendlich emotional und dankbar zeigte, Teil einer „exzellenten“ Schule gewesen zu sein.
Den musikalischen Abschluss der Veranstaltung bildete der Chor (Leitung: Dace Schätzel und Sabine Dietze-von Keitz) in Form eines Ständchens, bevor die Veranstaltung bei einem Essen in der Aula ihren würdigen Abschluss fand.

Text: Eva-Maria Leidig und Christian Buchner

Fotos: Christoph Simon

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