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Ein authentischer Einblick in die DDR-Geschichte

Militärunterricht in den Schulen? Das ist für uns heute – zum Glück – unvorstellbar. Doch genau darüber berichtete am Dienstag, den 11. Februar 2020 die Zeitzeugin Frau Runkel, den beiden Leistungskursen Geschichte der MSS 13.

Als eine Verwandte, die in Hannover lebte, ihren Geburtstag feiern wollte, stellte Frau Runkel, damals 17 Jahre alt, den Antrag auf Ausreise aus der DDR, der zum Erstaunen der ganzen Familie tatsächlich bewilligt wurde, wobei dieser Genehmigung zahlreiche „Besuche“ bei und von der Staatssicherheit (Stasi) vorausgegangen waren. Eindrücklich erzählte die Zeitzeugin von ihrem zehntätigen Besuch in der Bundesrepublik, von dem sie nicht in die DDR zurückkehren sollte. Erst am Abend vor der geplanten Rückreise fiel der Entschluss: Ich will nicht zurück in diesen Staat, der seine Bürger unterdrückt und einsperrt. Dass durch diesen Entschluss schlimme Konsequenzen für ihre Eltern im Osten erwachsen würden, wusste Frau Runkel, was die Entscheidung umso schwerer machte. Ihre Schwester wurde in der Schule von den Lehrern tyrannisiert; die Stasi drohte, die beiden jüngeren Geschwister zur Zwangsadoption freizugeben, da die Familie offensichtlich nicht in der Lage sei, ihre Kinder im sozialistischen Sinne zu erziehen. Durch die einprägsame Schilderung der Zeitzeugin erfuhren die Schülerinnen und Schüler von den Reise-„Möglichkeiten“ in der DDR, vom Erlernen des Luftschutzbunker-Baus und von der Zensur in den Ost-Medien, die beispielsweise gelungene oder gescheiterte Fluchtversuche verschwiegen. Verstärkt wurden die Erzählungen durch Sachquellen, beispielsweise den DDR-Reisepass, die ehemalige Währung und DDR-Zeugnisse.
Im Namen der beiden Leistungskurse sagen wir Frau Runkel vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen hat, unseren Geschichtsunterricht derart zu bereichern!
Text: Eva-Maria Leidig

Bilder: Peter Seelbach