01.10.2020: Zeitreise in den Kalten Krieg: Visite im Ersatzkrankenhaus

Ende September besuchten einige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 des Konrad-Adenauer-Gymnasiums auf Einladung des Verbandsbürgermeisters Markus Hof das ehemalige Ersatzkrankenhaus unterhalb der ehemaligen Rolf-Schaumburger-Hauptschule in Westerburg:

In Zeiten des Kalten Krieges sollte im Ernstfall diese Bunkeranlage als Hilfskrankenhaus dienen: 400 Betten, Operations- und Behandlungssäle, eine Röntgenabteilung sowie ein Dekontaminationsraum sollten beim Ausbruch eines Weltkrieges dafür sorgen, dass in Westerburg die medizinische Versorgung gewährleistet werden konnte. Dafür fanden bis zur Jahrtausendwende regelmäßig Großübungen statt, die den Ernstfall probten.
Eine Dokumentation dieses historischen Ortes sollte bereits im Rahmen der Projekttage am Konrad-Adenauer-Gymnasium im Juni 2020 erfolgen, aufgrund der Corona-Pandemie kam dies jedoch nicht zustande. Um jedoch noch wertvolle Einblicke, Fotoaufnahmen oder einige Gegenstände zu sichern, bevor das Gebäude in den nächsten Monaten entkernt und teilweise abgerissen wird, begab sich eine Vielzahl von interessierten Schülerinnen und Schülern – natürlich mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz – gemeinsam mit Herrn Baran, Herrn Krämer, Frau Niepel und Herrn Seelbach in die „Unterwelt“: Herr Hof erläuterte den Eingangsbereich, in dem die Dekontaminierung durch atomare, biologische oder chemische Kampfstoffe durchgeführt werden sollte und zog Parallelen zum Regierungsbunker der Bundesregierung in Bad-Neuenahr-Ahrweiler, der von seiner Struktur ähnlich aufgebaut ist wie die Lazaretträume in Westerburg. Herr Dillbahner führte die Gruppe durch die ehemaligen OP-Säle und die Versorgungsräume des Ersatzkrankenhauses und berichtete von den Großübungen in den 1970er und 1980er Jahren, bei denen für den „Ernstfall“ geprobt wurde.
Text und Bild: Peter Seelbach