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20.07.2022: Klassenfahrt der 7a, 7c und 7d nach Borkum

„Moin!“ Dieser Gruß ist im Norden zu jeder Tageszeit gültig und war auf den Borkumer Radwegen in der Zeit vom 20. bis 24. Juni 2022 besonders häufig zu hören, denn in dieser Woche unternahmen die Klassen 7a, 7c und 7d zusammen mit Herrn Heisters, Herrn Kraemer und Herrn Brockamp sowie Frau Schätzel, Frau Bathe und Frau Jeuck eine Reise auf die westlichste und größte der Ostfriesischen Inseln.

Die Jugendherberge „Am Wattenmeer“ hielt dann einige Überraschungen bereit: Hier tummelten sich auf dem riesigen Außengelände Hunderte Kaninchen, zwischen denen u.a. Volleyball, Fußball und Minigolf gespielt werden konnte. Schon vom ersten Abend an wurde es zu einem schönen gemeinsamen Ritual, bei Sonnenuntergang auf dem Deich vor den Seehundbänken zusammenzusitzen oder auf der Wattenmeer-Promenade zu spazieren.

Da auf Borkum alle – Urlaubsgäste wie Einheimische – auf dem Fahrrad unterwegs sind, hieß es vor dem ersten Abendessen auch für uns „Drahtesel ausleihen“. Innerhalb einer Stunde sammelten sich so etwa 80 grüne Räder mit Dreigangschaltung und Rücktritt vor unserer Unterkunft an und es darf behauptet werden, dass nicht jede(r) sein und ihr Gefährt immer auf Anhieb wiederfand.

Unsere Entdeckung der Insel begann so richtig am Dienstag vom Neuen Leuchtturm aus. Diese maritime Sehenswürdigkeit ist über 308 Stufen zu erklimmen und belohnt auf einer Höhe von 60,3 Metern mit einem herrlichen Rundumblick auf die offene Nordsee, das Wattenmeer, die Dünenlandschaft und das Inselstädtchen.

Für die 7c kam noch fast unbemerkt eine Inselrundfahrt mit dem Rad hinzu und die anschließende Abkühlung im Gezeitenbad sowie am Jugendstrand deshalb gerade recht. Hier waren plötzlich etwa 30 junge Menschen ohne Handy in Strandspiele und Herr Heisters in den Bau einer Sandburg vertieft. Der feine weiße Sand Borkums fasziniert eben, verschluckte leider jedoch auch den ein oder anderen Fahrradschlüssel, so dass die Kasse des Fahrradverleihs am Ende des zweiten Reisetages klingelte.

Der unbestrittene Programmhöhepunkt der Klassenfahrt erwartete uns am Mittwochmorgen in der beeindruckenden Gestalt von Albertus Akkermann, dem Wattführer. Mit seiner natürlichen Autorität versetzte Albertus nicht nur die Leichtgläubigen in Angst und Schrecken zum Beispiel vor acht Meter tiefen Schlicklöchern, aus denen man nur innerhalb von 90 Sekunden gerettet werden könne, sondern faszinierte auch mit seinem Wissen über Krabben, Quallen und Wattwürmer. Die Kostprobe eines absinthhaltigen Krauts stand denjenigen bevor, die Albertus´ Meisterlichkeit in Frage zu stellen wagten. Für eine solche Ungeheuerlichkeit ging Jan aus der 7d schließlich „nach Walhalla“, entkam dem Schlickloch aber entgegen aller Befürchtungen heil.

Viele „Oohs“ und „Aahs“ waren auch zu hören, als sich die zuvor von uns ausgegrabenen Muscheln vor unseren Augen mit ihrem Grabfuß wieder in den Sand vergruben. Beim abendlichen Gang auf dem Deich an der Jugendherberge fand sich am Mittwoch ein Basstölpel, ein Klippenbrüter, der sich wohl aus Helgoland nach Borkum verirrt hatte. Ein abendliches Nottelefonat mit Albertus Akkermann und der Polizei brachte ihm keine Hilfe: Am nächsten Morgen lag er tot am Deich. Vogelgrippe? Wir wissen es nicht.

In die Vergangenheit der Insel Borkum und ihrer Seefahrt tauchten wir am Donnerstag ein, als wir das Heimatmuseum „Dykhus“ sowie das „Feuerschiff“ besichtigten. Im „Dykhus“ sammelt der Borkumer Heimatverein alles, was die Inselbewohner dorthin bringen. Auf dieser Zeitreise begegneten uns daher die unterschiedlichsten Alltagsgegenstände, aber auch das monströse Skelett eines Grindwals, der im November 2019 auf der Nachbarinsel Juist verendet ist.

Ein schwimmender Leuchtturm war die „Borkumriff“, ein so genanntes „Feuerschiff“, das – inzwischen „außer Dienst“ – im Borkumer Hafen besichtigt werden kann. Das Schiff, das bis 1988 andere Schiffe mit einem Leuchtfeuer frühzeitig vor gefährlichen Sandbänken und Untiefen warnte, wird zurzeit von einem jungen Mann mit Bundesfreiwilligendienst bewohnt. Beim Rundgang über die Decks fiel es manchen schwer sich vorzustellen, dass ihm die ehemaligen Mannschaftsräume heute als Wohn- und Schlafzimmer dienen.

Einige nutzten noch die Gelegenheit, das Inselstädtchen zu erkunden und dort letzte Souvenirs zu kaufen. Und am Abend überraschten uns – zum Abschied? J – wieder am Deich der Jugendherberge noch zwei Seehunde. Am Freitagmorgen endete unsere Zeit auf Borkum – übrigens rein äußerlich so, wie sie in Westerburg angefangen hatte, nämlich mit Regen und einer milden Brise.

Diese tolle Klassenfahrt ermöglichte uns viel Bewegung an der frischen Luft und so war der Einfluss des Hochseeklimas den Gesichtern von Tag zu Tag deutlicher anzusehen. Das konnte nicht einmal der Schlafmangel verhindern, unter dem diejenigen litten, die nicht gerne um 22 Uhr ins Bett geschickt werden. Die ein oder andere mitunter schmerzhafte Begegnung mit dem Gegenverkehr auf den Radwegen, einige „Plattfüße“ und ein verlorenes (aber wiedergefundenes) Portemonnaie können vernachlässigt werden und trüben nicht die vielen schönen Erinnerungen, die wir von der Insel mit nach Hause nahmen.

Leitet Herunterladen der Datei einHier finden Sie weitere Bilder der Klassenfahrt nach Borkum.

Text: Alexandra Jeuck

Bilder: Klaus Heisters

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