Der Abschied eines außergewöhnlichen Abiturjahrgangs

Westerburg. „Nichts wie raus aus der Kammer des Schreckens“ lautete das Motto der diesjährigen Abiturienten, die am 23. März feierlich verabschiedet wurden. Von ihrem ersten bis zum letzten Schuljahr habe sie die Geschichte von Harry Potter begleitet, so Mareike Bire, die gemeinsam mit Gerôme Schlechtriem die Schülerrede hielt. Auf amüsante, geistreiche Weise wurden Verbindungen hergestellt zwischen den Figuren aus Harrys Welt „Hogwarts“ und der eigenen Schulgemeinschaft, angefangen von den Mitschülern bis hin zu den „Hauselfen“, denen für ihre fürsorgliche Unterstützung gedankt wurde.

Ganz so schrecklich kann KAGwarts, das auch Thema des Abi-Gags war, denn doch nicht gewesen sein. Dafür sprechen die vielfältigen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler, vor allem aber die exzellenten fachlichen Leistungen, die von der Schulleitung (vertreten durch Oberstudiendirektorin Ute Klapthor und die Studiendirektoren Hanns-Georg Tischbein und Holger Peda in Verbindung mit den Fachschaftssprechern) gewürdigt wurden.

Mit 16 Absolventinnen und Absolventen, die einen Notendurchschnitt unter 2,0 erzielten, handelt es sich in der Tat um einen außergewöhnlich guten Jahrgang. Zu den sieben Besten gehören: mit den Notendurchschnitten 1,5 Mareike Bire und Hannah Geißel, 1,4 Christian Klamer und Felix Wenzelmann sowie 1,3 Maximilian Düngen und Kilian Hans. Sie alle wurden mit einem E-Fellow-Stipendium belohnt. Und die Urkunde des Landrats für die Jahrgangsbeste erhielt Theresa Steinebach mit dem sagenhaften Schnitt von 1,0.

Fachliche Verdienste fanden ebenso Anerkennung wie das soziale Engagement. Mit den Hauptpreisen für herausragende Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern wurden bedacht: Ann-Kathrin Engel, Silvia Freese, Kilian Hans zweifach, Lukas Klöckner.

Weiterhin wurden Philipp Caratiola, Jens Erich Groß, Christian Klamer, Bastian Christopher Schlag, Niclas Schneider, Manuel Stahl und Felix Wenzelmann geehrt. Christian Klamer erhielt außerdem den am Konrad-Adenauer-Gymnasium erstmals vergebenen „Scheffelpreis“ der Literarischen Gesellschaft in Karlsruhe für das beste Abitur im Fach Deutsch. Für hervorragende musikalische Leistungen wurden Preise an Niklas Schüßler und Dominic Rinker vergeben.

Auch soziales Engagement wurde in diesem Jahrgang außergewöhnlich großgeschrieben: Gutscheine des Fördervereins für ihre sehr engagierte Arbeit in der Schülervertretung erhielten Jana Hermann, Mareike Bire und Franziska Knauf sowie Christian Klamer und Timea Kehr für ihr besonderes Engagement im Jahrgang. Die höchste Auszeichnung, nämlich der Preis des Landes Rheinland-Pfalz, ging an Timea Kehr, die das Schulleben durch ihre ausgeprägte soziale wie künstlerische Kreativität maßgeblich bereicherte und deren wiederum außergewöhnliche Stimme man in Zukunft sehr vermissen wird.

Gleiches gilt für all diejenigen, die in den Instrumentalgruppen und Chören mitgewirkt haben. Viele von ihnen beteiligten sich nun leider letztmalig an den sehr schönen Darbietungen der Big Band unter Leitung von Reinhard Strauch, des A-Cappella-Chors (Dace Schätzel), des Oberstufenchors (Sabine von Keitz) und der von Schülern geleiteten Gitarren-AG, die das Rahmenprogramm bildeten.

Ein besonderes Highlight war der Gesang eines Projektchors der Abiturienten, der, von Wiebke Gläsener dirigiert, als Abschiedgeschenk das Lied „Double Trouble“ vortrug.

„Der Kern des klassischen Bildungsbegriffs meint mit »Ausbilden« ein »Aus-sich-selbst-herausbilden«, die Selbstentfaltung aller Anlagen und Fertigkeiten des Menschen. Damit hat schon der klassische Bildungsbegriff eine Tatsache verinnerlicht, die die modernen Neurowissenschaftler wieder entdeckt haben.

Das Lernen und Bilden funktioniert nicht mit dem »Nürnberger Trichter«, das lernende Individuum gestaltet mit dem Lernen seinen Gedächtnisinhalt selbst, ordnet nach eigenen Maßstäben ein und macht seine eigenen Werte zum Maßstab seines Handelns.“ Das Gelingen dieses von der Schulleiterin zitierten Bildungsansatzes zeigt sich in der Eigeninitiative und Kreativität, die die jetzigen Abiturienten im Laufe ihrer gesamten Schulzeit und erneut bei dieser Feier entfalteten.

Als Vertreterin der Stammkursleiter ließ Studienrätin Nicole Zimmer Erinnerungen Revue passieren und gab den Schülerinnen und Schülern, in Anlehnung an den amerikanischen Dichter Robert Frost, den Rat, dass sie auf dem „Weg ins Ungewisse“, der vor ihnen liege, keine Zeit mit der Frage vergeuden sollten, wohin der „andere“, nicht gewählte Weg wohl geführt haben könnte.

Des Weiteren sprachen auch Stefanie Klöckner für die zahlreich erschienenen „Silberabiturienten“ des Jahrgangs 1987, Jan Hölper und Alexander Schink als Vertreter des aktuellen Schülersprecherteams sowie Dr. Michael Rinker im Auftrag des Schulelternbeirats dem Abiturjahrgang die besten Wünsche aus. Und David Wollweber warb um die Unterstützung der „zukünftigen Ehemaligen“ für den Förderverein der Schule, der alljährlich Summen von rund 10.000 Euro in die Schule investiert und für die Abiturienten zahlreiche Preise gestiftet hatte.

Alles in allem war es eine kurzweilige Feier mit Esprit, die zusammen mit dem anschließenden traditionellen Abiball auf der Fuchskaute und dem schön gestalteten Abiturgottesdienst den würdigen Abschied eines außergewöhnlichen Jahrgangs bildete.

Mit gelungenen Musikbeiträgen, einem anregenden Anspiel und mehreren Wortbeiträgen setzte der Abiturjahrgang auch hier besondere Akzente.

Allen Spendern, die nach dem Gottesdienst - der ganz im Zeichen gelungener Ökumene gefeiert worden ist - die Arbeit der AGEF mit insgesamt über 300 Euro unterstützten, gilt ein herzlicher Dank.

Die Fotogalerie zur Abiturfeier können Sie hier einsehen (bitte klicken)!