Gefährliches Internet - unbedachter Umgang?

Herrn Quirnbach von der Kriminalpolizei Koblenz und Herr Brückmann

Mit der Auszeichnung zur Medienkompetenzschule fühlt sich das Konrad-Adenauer-Gymnasium besonders verpflichtet, Risiken und Nebenwirkungen der modernen Medienwelt bewusst zu machen und Wege zum sicheren Umgang damit aufzuzeigen. Zur ersten Informationsveranstaltung am 24.01. konnte StD Michael Brückmann mit Frau Leyendecker und Herrn Quirnbach von der Kriminalpolizei Koblenz zwei äußerst kompetente Referenten begrüßen, die nach kurzer Sachinformation die Fragen und Anregungen des Publikums in ihre Ausführungen aufnahmen.

Es ging dabei zum einen um die zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen, die durch die Nutzung und Verbreitung von Informationen und Daten entstehen können, z.B. bei Tauschbörsen im Internet, Videoaufnahmen über Handys usw. Zum anderen entstehen Gefahren vor allem für jugendliche Nutzer des weltweiten Datennetzes durch die unbedachte Preisgabe persönlicher Daten. Das sei nicht nur bei den notorischen "Abzocker"-Seiten bedenklich, sondern in wesentlich heikleren Bereich der Kontakt-Foren und sozial angelegter Netzwerke ("I-seek-you" u.ä.). Eine scheinbar simple, aber in diesem Zusammenhang sehr wirksame Maßnahme, sich vor lästigen bis bedrohlichen Situationen zu schützen, stelle dabei allein schon die Frage dar, ob man persönliche Daten auch "im richtigen Leben" so einfach einer fremden Person weitergeben würde. Die allzu leichte Anonymisierungsmöglichkeiten bzw. das Vortäuschen einer Pseudo-Identität der virtuellen Welt im Netz würden von jungen Menschen immer wieder unterschätzt. Andererseits seien gerade sie ihren Eltern und Lehrern in aller Regel weit überlegen, was das Austricksen von Einschränkungen und Ausnutzen der informationstechnischen Vielfalt betrifft. Insofern konzentrierten sich die Empfehlungen von Frau Leyendecker und Herrn Quirnbach darauf, das Vertrauensverhältnis vor allem zwischen den jugendlichen Mediennutzern und - konsumenten und ihren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu pflegen.

Offener, idealerweise auch gemeinschaftlicher Umgang mit den neuen Medien sei dazu der wichtigste Schritt, z.B. sich zeigen lassen, was das Internet zu bieten hat. Dazu gehöre auch, den Internetzugang "öffentlich" zu gestalten; der Internet-PC im (Wohn-)Raum, der allen in der Familie zugänglich ist, sei dabei allemal dem im Kinderzimmer vorzuziehen. Das damit verbundene Konfliktpotential verlange natürlich den für die Erziehung Verantwortlichen einiges an Durchsetzungsvermögen ab; aber, um einen Beitrag aus dem Publikum wiederzugeben, da einem die eigenen Kinder lieb und wert sein müssten, sollte man auch bereit sein, sie zu schützen (und sei es durch ein klares "Nein")!

Diesen Impuls griff StD Hanns-Georg Tischbein, stellvertretend für die Schulleitung, in seinen Schlussworten gerne auf und plädierte für eine von Vertrauen und Offenheit geleitete Medienerziehung auch und vor allem zu Hause. In seinem Dank an die Referenten und Herrn Brückmann wies er gleichzeitig auf die nächste Veranstaltung mit dieser Thematik hin, die sich schwerpunktmäßig mit sozialen Netzwerken (Chatten, Internet-Communities wie ICQ usw.) und deren Problemen beschäftigen wird.

Gefahren im Internet – Surfen, Chatten, Mailen

In der zweiten Veranstaltung zum Thema „Gefahren im Internet“ referierte Frau Bettina Sieding über die Entwicklungen und Bedenklichkeiten der Kommunikationsmöglichkeiten, die die moderne Informationsangebote mit sich bringen.

Sie stellte dabei vor allem die wenig bis gar nicht überwachten „social communities“ und Instant-Messenger-Programme in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.

Anhand z. T. eher belustigend wirkender, aber auch ziemlich drastischer Beispiele konnte sie zeigen, wie naiver oder leichtsinniger Umgang mit persönlichen Daten in Verbindung mit fehlendem Wissen bei der Einstellung sicherheitsrelevanter Optionen in der jeweiligen Kommunikationssoftware Gefahren vor allem für junge Internetnutzer entstehen. Dazu gehöre z.B. die Weitergabe von Geburtsdaten, Telefonnummern, Schul- und Klassenzugehörigkeit, persönlichen Vorlieben, Fotos, Videos usw. in Communities wie schueler-vz, wer-kennt-wen usw.

Da man sich darüber hinaus im Klaren sein sollte, dass „das Internet nichts vergisst“, man sich nicht nur „die ganze Welt auf den Rechner“ holen, sondern gleichzeitig auch den Rechner mit allen Inhalten der Welt öffnen würde, lasse gerade die Nutzung des Internetzugangs zu Hause durch Kinder und Jugendliche Probleme entstehen. Hier seien in erster Linie Eltern bzw. alle Erziehungsberechtigte gefordert, sich mit ihren Schützlingen – im wahrsten Sinne des Wortes – zu verständigen und Regelungen zu treffen (z.B. in welchem Raum steht der internetfähige Rechner, welche Zugriffsrechte erhalten die Kinder bzw. Jugendlichen).

Da sich im weltweiten Netz nationale Regelungen und Begrenzungen ohne Mühe überwinden ließen, seien auch seine Schattenseiten nicht mehr von „außen“, sondern nur durch Vorsichts- und Schutzmaßnahmen in der „Privatsphäre“ des eigenen Computers auszuschließen.