In 80 Tagen um die Welt

Dennoch entbehrt Jules Vernes Geschichte um den Gentleman Phileas Fogg, der sich mit seinem Diener Passpartout im Jahre 1872 auf eben diese Reise begibt, auch für das heutige Publikum nicht der Spannung. Fogg, dessen Leben in so geordneten und durch das Ticken der Uhr geregelten Bahnen verläuft, bricht aus diesen aus, um eine Wette mit hohem Wetteinsatz zu gewinnen, deren Scheitern seinen finanziellen Ruin bedeuten würde. Unterwegs lässt er sich weder durch Stürme noch durch den vorübergehenden Verlust seines Dieners aus der Ruhe bringen und selbst die Machenschaften der Inspektorin Fix, die ihm ständig an den Fersen klebt und ihn für einen Millionendieb hält, können ihn nicht aufhalten.

In der aufwendigen Inszenierung der Mittelstufen-Theater-AG machte sich das Publikum gemeinsam mit den Darstellern auf diese scheinbar unmögliche Reise und erlebte mit ihnen Abenteuer auf  vier Kontinenten,  überwand Hindernisse und lernte neue Menschen kennen. So entführte die Inszenierung das Publikum beispielsweise in den indischen Dschungel, um dort die Rettung Aoudas mitzuerleben, oder nahm sie mit auf eine Fahrt mit der transamerikanischen Eisenbahn, die leider durch einen Indianerangriff beendet wurde.

Durch all diese Abenteuer führten die Darsteller das Publikum souverän hindurch und überzeugten mit großem Einfühlungsvermögen und darstellerischem sowie teilweise akrobatischem Können. Witzige Akzente wurden dabei gesetzt, wenn die Darsteller aus ihren Rollen fielen und plötzlich Bezüge zu aktuellen Ereignissen herstellten oder persönliche Kommentare zur Handlung abgaben.

Lobend zu erwähnen ist auch das von der Theater-AG selbst gestaltete Bühnenbild, das mehrfach umgebaut wurde, um die vielfältigen Schauplätze deutlich zu machen, sowie die stimmige Untermalung durch Musik und Geräusche.

Unterstützt von Herrn Dietze und seinen Bühnentauchern konnte die Theater-AG mit diesem Stück rundum überzeugen und begeisterte ein (leider zu kleines) Publikum, das die Arbeit und Mühen von Monaten mit langem Applaus belohnte.