Lysistrata, die Titelheldin des Theaterstücks (in einer modernen Bearbeitung von Michaela Gösken) beschließt zusammen mit ihren Mitstreiterinnen, den zum Fronturlaub heimkehrenden Männern Sex zu entziehen, solange diese weiterhin den Kriegsdienst befolgen. Die Frauen Griechenlands besetzen dazu die Akropolis, stehlen die Kriegskasse und diskutieren mit Charme und Köpfchen. Unterstützt werden sie von den Frauen Spartas und deren Anführerin Lampito. Schlussendlich führt der Liebesentzug zum Erfolg – die Männer unterschreiben die Kriegsdienstverweigerung.
Dass ein solch brisantes Thema bei den ZuschauerInnen für zahlreiche Lacher und lauten Zwischenapplaus führen kann, ist den beiden Spielleiterinnen Frau Kempf und Frau Krämer zu verdanken, denen es mit unendlicher Geduld und großem künstlerischem Geschick gelang, ein Stück auf die Beine zu stellen, das nachhaltig beeindruckt. Es erfordert viel Gespür und Können, einen Weg zu finden zwischen einer lockeren Abendunterhaltung einerseits und gleichzeitigem Respekt vor dem durch Krieg hervorgerufenen Leid andererseits. Dies gelang auch durch die schauspielerische Leistung der SchülerInnen: ein beschwipster Briefträger, neckische Sprüche und ein zum Sarkasmus neigender Chor sorgten für die gute Laune, während die zu Beginn projizierten Kriegsszenen und die mahnenden Worte Lysistratas und Lampitos an den Ernst der Lage erinnerten.
Und so bleibt am Ende des Abends ein gutes Gefühl, eine Hoffnung, dass es vernünftig denkende Menschen gibt, die vielleicht auch mit ungewöhnlichen Mitteln ihre Forderung „Der Krieg muss weg!“ durchsetzen.
Mitwirkende SchülerInnen: Angel Umunnakwe, Helena Jansen, Taro Preuschoff, Mia Kišon, Anna Jung, Maximo Schürer, Abdulsattar Mousa, Pius Seelbach, Charlotte Kopp, Matilda Horsch, Marie Kloft, Lea-Marie Müller, Alessia Sieberg, Antonia Wüst, Emily Schäfer, Hannah Schuy, Lillith Held, Paul Fasel, Aaron Weiße, Elaysa Wenzel, Christian Uwira, Mirja Salmon, Sophia Kalowsky
Text: Eva-Maria Leidig
Bilder: Christoph Simon
