Das Ziel war ambitioniert: Die Reise sollte bis in die Stratosphäre führen. Doch wie gelangt man in solche Höhen? Die Antwort lautete: mit einem Wetterballon! Am 17. und 18. Juni liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Sonde musste gebaut, die Technik getestet und die Flugroute berechnet werden.
Als Sonde diente eine speziell präparierte Styroporbox. Sie war nicht nur besonders leicht, sondern schützte die empfindliche Messtechnik auch vor den extremen Bedingungen in großer Höhe. In der Stratosphäre können Temperaturen von bis zu -65 °C herrschen – eine echte Herausforderung für die Elektronik. Dank der hervorragenden Isolierung blieb die Temperatur im Inneren der Sonde jedoch stets im sicheren Bereich, sodass alle Systeme zuverlässig arbeiteten.
An Bord befanden sich eine Space-Cam für spektakuläre Aufnahmen aus der Stratosphäre sowie ein Datenlogger, der kontinuierlich Innen- und Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe, Geschwindigkeit sowie den Luftdruck erfasste. Zusätzliche Batterypacks sorgten für eine stabile Stromversorgung, da die internen Akkus bei den eisigen Temperaturen schnell an Leistungsfähigkeit verlieren. Damit die Sonde nach ihrer Landung wiedergefunden werden konnte, wurden gleich zwei Ortungssysteme installiert: ein Mobilfunk-GPS-Tracker und ein weiterer, der direkt per Satellit kommunizierte.
Am 18. Juni 2026 war schließlich der große Moment gekommen. Um 11:24 Uhr wurde der mit rund 3.500 Litern Ballongas gefüllte Wetterballon gestartet. Mit einer Steiggeschwindigkeit von etwa 7,5 Metern pro Sekunde begann seine Reise in Richtung Stratosphäre.
Während des Aufstiegs dehnte sich das Ballongas aufgrund des stetig sinkenden Luftdrucks immer weiter aus. Aus dem zunächst labbrigen Ballon wurde ein riesiger Himmelskörper mit einem Durchmesser von rund 11 Metern. Erwartet wurde, dass der Ballon in einer Höhe von 35.000 – 36.000 Metern platzt. Die Auswertung der Datenlogger- und GPS-Daten zeigte jedoch, dass er deutlich höher stieg: Erst in einer Höhe von beeindruckenden 40.796,3 Metern begann die Rückreise zur Erde.
An einem Fallschirm schwebte die Sonde sicher zurück und landete nach knapp vier Stunden Flugzeit. Zwar wich der tatsächliche Landeort etwas von den zuvor anhand aktueller Wetterdaten berechneten Position ab, doch dank der zuverlässig arbeitenden Ortungssysteme konnte die Sonde problemlos gefunden werden.
Nach dem Start verfolgte ein Teil der Projektgruppe die Flugroute im schuleigenen „Rechenzentrum“ mit Spannung. Der Satelliten-Tracker übermittelte alle 5 Minuten die aktuelle Position der Sonde. Dabei zeigte sich, dass die tatsächliche Flugroute erstaunlich genau mit der vorausberechneten Vorhersage übereinstimmte. Kurz vor der Landung machte sich das Bergungsteam auf den Weg in die vorausberechnete Landezone und konnte den genauen Landeort bereits während der Anfahrt bestimmen.
Die Freude war groß, als die Sonde schließlich unbeschadet geborgen wurde und die ersten Aufnahmen gesichtet werden konnten. Die atemberaubenden Bilder aus der Stratosphäre belohnten die intensive Vorbereitung und machten das Projekt zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Hier ein paar Eckdaten des Datenloggers:
max. Innentemperatur: 40,125°C
min. Innentemperatur: -15,75°C
max. Außentemperatur: 39,5°C
min. Außentemperatur: -57,75°C
max. Höhe: 40 796,3 m
max. Geschwindigkeit: 141,7 km/h
min. Druck: 3,77 hPa
max. Luftfeuchtigkeit: 83,138 %
min. Luftfeuchtigkeit: 0,1%
Der Erfolg eines solchen Projekts hängt entscheidend vom Engagement der Schülerinnen und Schüler ab, die daran mitwirken. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für euren großen Einsatz bedanken.
Ein besonderer Dank gilt dem Filmteam und insbesondere Felix Benner. In vielen Stunden sorgfältiger Arbeit haben sie das umfangreiche Filmmaterial gesichtet, bearbeitet und zu einem beeindruckenden Video zusammengestellt. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, findet das Projektvideo unter folgendem Link:
Text: Isabell Hörter
