Frau Mocka wurde 1935 in Niederschlesien im heutigen Psary geboren und erlebte nach eigener Aussage eine schöne Kindheit dort bis zum Zweiten Weltkrieg: Im Januar 1945 musste sie zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern vor der nahenden Front fliehen und fanden bis Frühjahr 1945 Unterschlupf in Niederrathen in der Sächsischen Schweiz. Der über 400km lange Weg musste von den Flüchtenden zu Fuß bzw. mit einfachen Gespannen zurückgelegt werden und dies bei bis zu 20 Grad unter Null. Im Sommer 1945 durften sie in ihren Heimatort zurückkehren, wurden bis ins Jahr 1946 geduldet und dann von dort vertrieben: Mit Zwischenstopp in Werl fand ihre Familie an der Möhnetalsperre ein neues Zuhause, aber auch diese Zeit sei von Entbehrung, Hunger und Vorbehalten gegenüber Flüchtlingen geprägt gewesen.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren am historischen Beispiel „Flucht und Vertreibung nach 1945“ warum Menschen aus ihrer Heimat flüchten, dass Flucht mit sehr vielen Strapazen, Gewalt und Entbehrungen einhergeht, dass Vertreibung aus der eigenen Heimat gerade für Kinder eine Entwurzelung bedeutet und dass ein Neustart für Geflüchtete in einer neuen Region oftmals eine materielle Herausforderung darstellt und mit Ablehnung seitens der dort heimischen Bevölkerung verbunden ist, gerade in Notzeiten.
Auch wenn Frau Mocka das Erzählen über die teils schrecklichen Erlebnisse der Jahre 1945 bis 1948 schwer viel, so war es ihr doch ein Anliegen, diese Erfahrungen und Erlebnisse mit den Schülerinnen und Schülern zu teilen: „Krieg ist furchtbar … und ich hoffe, dass ihr Krieg niemals erleben müsst.“ War eine der Aussagen, nach denen es im Raum einen langen Moment sehr leise war.
Monika Kempf und Peter Seelbach bedankten sich im Anschluss bei Frau Mocka, dass sie trotz der heißen Temperaturen aus ihrem Leben erzählt hat und damit die Erfahrungen und Erlebnisse rund um ihre Flucht bzw. Vertreibung für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar gemacht hat.
Text und Bilder: Peter Seelbach
