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28.04.2024: „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“ – Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau

Die Leistungskurse Geschichte 1 und Englisch 3 der Jahrgangsstufe 12 flogen am Sonntag, den 14.April, in Begleitung ihrer Kurslehrer, Herr Wittfeld und Frau Zimmer, von Frankfurt nach Krakau. Von dort aus ging es zur Gedenkstätte Auschwitz, wo die Schülerinnen und Schüler einen ersten Eindruck von dem Konzentrationslager bekamen.

Danach wurden die Zimmer im komfortablen Hotel „Villa Astra“ bezogen und der Abend fand nach einem leckeren Abendessen einen ruhigen Ausklang, da der nächste Tag ein herausforderndes Programm beinhaltete.

Am Montag ging es nach einem reichhaltigen Frühstück zum Stammlager. Das Wetter passte sich der bedrückenden Atmosphäre des Ortes an. Während der Führung konnten die Schülerinnen und Schüler diesen Ort, an dem Menschen auf unvorstellbare Weise ihrer Würde und ihres Lebens beraubt wurden, einen Eindruck von der Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten gewinnen. Koffer, Bürsten, Brillen und nicht zuletzt die Bilder von Wilhelm Brasse verdeutlichten auf eindrücklichste Weise, dass sich hinter tätowierten Nummern und Abzeichen Menschen verbargen und dienten als stumme Zeugen ihrer Schicksale. Im Anschluss fand ein Workshop zum Thema „Traumabewältigung der Überlebenden“ statt.

Nach einer Aufbereitung der Impressionen des ersten Tages stand am Dienstag der Besuch von Auschwitz-Birkenau auf dem Programm. Dieser Ort, an dem über eine Million Menschen ihr Leben verloren, indem sie entweder an den Folgen von Zwangsarbeit, Hunger und Seuchen starben oder vergast und verbrannt wurden, vermittelte noch einmal sehr viel deutlicher die unvorstellbare Grausamkeit der nationalsozialistischen Rassenideologie.

Mittwochmorgen fuhr die Gruppe in Krakau und traf dort ihre Kooperationspartner von der Partnerschule, dem IX. Lyzeum. Die erste Station des gemeinsam geplanten und durchgeführten Projekts führte zum Aussichtshügel Kopiec Kościuszki. Von da aus ging es zur ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler, in der zunächst im Rahmen einer Führung Informationen zum Leben der jüdischen Bevölkerung in Krakau, den Lebensbedingungen im Ghetto und den Bemühungen von Oskar Schindler, seine „Schindlerjuden“ vor der Deportation zu retten, präsentiert wurden.

Danach bekam die Gruppe die einmalige Chance zu einem Zeitzeugengespräch mit Bronisława Horowitz-Karakulska, einer der letzten überlebenden Schindlerjuden, die auf ergreifende Weise ihre Kindheit im Schatten des drohenden Todes schilderte, sich aber trotz der furchtbaren Erfahrungen ihres Humors und ihrer Stärke nicht berauben ließ. Der Abschluss dieses tief beindruckenden Tages fand im Klezmer Hois im jüdischen Viertel Kazimierz statt, in der die Jugendlichen nicht nur typisches jüdisches Essen genießen, sondern auch der traditionellen Musik einer Liveband lauschen konnten.

Am Donnerstag stand dann wieder das gemeinsame Projekt mit den polnischen Partnerschülerinnen und –schülern im Vordergrund. Nach einem ausgedehnten Spaziergang, der u.a. zum Arbeitslager Plaszow, dem Krak-Hügel und dem ehemaligen Ghetto führte, hatten die Schülerinnen und Schüler den verbleibenden Nachmittag Zeit, Krakau auf eigene Faust zu erkunden und den Kontakt zu den polnischen Jugendlichen zu vertiefen. Am Freitagnachmittag landeten alle nach einem recht turbulenten Heimflug müde und erschöpft, aber voller Bilder und Eindrücke in Frankfurt.

Auch wenn sich die Studienfahrt hauptsächlich mit den ernsten Themen Judenverfolgung und Holocaust beschäftigte, verdeutlichte der partnerschaftliche Austausch mit den Jugendlichen aus Krakau, dass Weltoffenheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt helfen können, dass sich diese unvorstellbaren Grausamkeiten in der Geschichte niemals wiederholen dürfen.

Text: Nicole Zimmer

Bilder: Nicole Zimmer und Thomas Wittfeld

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