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Sabine Stamer und Tom Buhrow stellten „ Mein Deutschland – Dein Deutschland“ vor

„Westerwälder Gespräche“ zu Gast im KAG

Auch wenn die Einblicke ins deutsche Alltagsleben durchaus kritisch angelegt waren, mit Tom Buhrow von den ARD-Tagesthemen und seiner Frau Sabine Stamer gab es eine sehr unterhaltsame Fortsetzung der Gesprächreihe des Westerwaldkreises in der Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Der Abend lohnte sich für die weit über 300 Zuhörer, schon von Beginn an, durften sie doch als Einstieg die grandiose Interpretation des „Libertango“ durch Sarah Rittweger genießen. Der Moderator der ARD-Tagesthemen war ebenso hingerissen und konnte Sarah ein dickes Kompliment aussprechen, sicher auch im Namen des gesamten Publikums, darunter mit Herrn Landrat Schwickert der Schirmherr der Gesprächsreihe sowie Herrn Stadtbürgermeister und MdL Seekatz.

Die Lesung aus ihrem gemeinsam verfassten Buch „Mein Deutschland – Dein Deutschland“ verlief eigentlich eher als eine Art Dialog zwischen Frau Stamer und ihrem Partner, manchmal übereinstimmend,  aber häufig durchaus kontrovers bzw. mit deutlichen Differenzierungen, was den Unterhaltungswert beträchtlich förderte. Dabei standen gerade unangenehme und problematische Zustände in dem Deutschland, das die beiden nach mehr als 12 Jahren Auslandsaufenthalt seit 2006 erfahren konnten, im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Ob das bürokratische und mentalitätsgesteuerte Integrationshindernisse betraf, dürftige Dienstleistungsbereitschaft beim Einkaufen, die Komplikationen des (Hamburger) Schulsystems, die Vergleiche mit ihren Auslandserfahrungen (Italien, Frankreich, vor allem USA) fielen nicht immer schmeichelhaft aus.

Kleines Beispiel zu den unterschiedlichen Erfahrungen mit Verbindlichkeiten und Erziehungsstilen: Wo der deutsche Papa seinen Dreijährigen auf dem Spielplatz nur mühsam und unter Verleugnung seiner „natürlichen“ Autorität zur Herausgabe des „ausgeliehenen“ Baggers eines Spielkameraden bewegen kann, erreicht das die amerikanische Mom nur mit einem Satz :“It’s a rule, honey!“

Es war trotzdem kein „Deutschland-bashing“: Die amüsanten Anmerkungen zum „typisch“ deutschen Konsumverhalten („Ein Porsche ist ein Porsche ist ein Porsche…“) konnten viel eher als Aufforderung verstanden werden, nicht zu viel auf den Fetisch „Marke“ zu geben. Andererseits sollte man aber auch nicht ständig in verkorkste  Rechtfertigungsrhetorik verfallen, wenn man bei einigermaßen vorhandenem  Wohlstand und zuverlässigen, funktionierenden Lebensverhältnissen in Deutschland dieses Land für lebens- und liebenswert hält.

In der anschließenden Gesprächsrunde gelang es dem Ehepaar Stamer/Buhrow, die Fragen aus dem Publikum sowohl in ihrem Erfahrungshorizont  zu vertiefen als auch bei ihnen unterschiedliche Positionen zu markieren (u.a.: Welche Rolle spielt Religion in der scheinbar säkularisierten bundesdeutschen Gegenwart). Dass die beiden auf dem Podium dabei die muntere Kommunikation zwischen Publikum auf Augenhöhe hielten,  trug ihnen den überaus verdienten großen Applaus zum Ende der Veranstaltung ein.

Ganz großer Dank gebührt aber Frau Klapthor, die für die Westerwälder Gespräche die Räumlichkeiten des Gymnasiums zur Verfügung gestellt hatte. Gleichermaßen bedankten sich die Organisatoren bei Frau Wittemann, Herrn Dietze und seiner versierten Technik-AG, Herrn Frankenhauser, Herrn Spieckermann und seinen Helfern für die tolle Unterstützung, nicht selbstverständlich an einem Freitagabend.