Ende der Spiel-Zeit. Der Abschied des Abiturjahrgangs 2011

Unter dem Motto „KAG VEGAS. 13 Jahre hoch gepokert“ entführten die diesjährigen Abiturienten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler beim Abi-Sturm für zwei Stunden in das legendäre Spielerparadies.

Zum feierlichen Höhepunkt am Samstagabend erschienen die Spieler und Zocker jedoch wieder in durchaus seriöser Aufmachung, um in Gestalt der Abiturzeugnisse ihren Gewinn aus den langen Jahren gekonnten Pokerns oder auch harter Arbeit entgegenzunehmen.

Bereits am Vorabend hatte in der Liebfrauenkirche ein gut besuchter Gottesdienst stattgefunden, der von Pfarrer Heinrich und Pastoralreferentin Isabelle Blumberg geleitet wurde und von einer Gruppe von Abiturientinnen und Abiturienten mit Unterstützung durch Klaus Heisters und Thomas Goldhorn vorbereitet worden war. Worte Ernst Modersohns bildeten das Leitthema: „Gott kennt dein Gestern. Gib ihm dein Heute. Er sorgt für dein Morgen.“

Nach der Begrüßung aller Anwesenden durch die Schulleiterin Ute Klapthor waren die ersten beiden Redebeiträge der Abiturfeier am Samstag dem Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre gewidmet. Anstelle der sonst üblichen Rede gab es diesmal ein Gespräch zwischen fünfen der insgesamt sieben Stammkursleiter, den Kolleginnen und Kollegen Goldhorn, Kiehne, Malorny, Neitzel und Seifner, in dem diese die Oberstufenzeit des Jahrgangs in humorvoller Weise Revue passieren ließen.

Mit einem Augenzwinkern, versteht sich, wurden Eigenarten einzelner Schülerinnen und Schüler auf’s Korn genommen und viele gute Wünsche mit auf den Weg gegeben. Die beiden Vertreter des Jahrgangs, Lena Wisser und Jannik Röttger, betonten in ihrer Abiturrede, wie wichtig der Blick zurück auf die guten gemeinsamen Erlebnisse sei und dass das Abitur mehr bedeute als nur das, was auf dem Papier, sprich, auf dem Zeugnis steht. Dieser Gedanke wurde im Laufe des Abends noch mehrfach aufgegriffen.

Demgegenüber richtete die Schulleiterin den Blick in die Zukunft und auf die gesellschaftliche Verantwortung, die mit der bestandenen Reifeprüfung auf jeden Einzelnen zukomme. Veranschaulicht an dem Märchen vom König Blaubart und seinen vielen verschlossenen Türen, hinter denen sich auch Unerwartetes verbergen könne, legte sie ihr Konzept von einem unverzichtbaren Voranschreiten der Wissenschaften (Stichwort: Energiehunger) dar, das viele Chancen, aber auch große Risiken in sich berge, wie die aktuelle Atomkatastrophe in Japan oder auch die Finanzkrisen der letzten Jahre gezeigt hätten. Die im Laufe des Schullebens erworbene Allgemeinbildung diene dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern Maßstäbe an die Hand zu geben, um in ihrem zukünftigen Leben die Dinge richtig bewerten zu können. Mit dem Ausspruch „Leben ist lebensgefährlich“ und dem Aufruf, weiterhin zu lernen, forderte Frau Klapthor die Abiturientinnen und Abiturienten auf, zukünftig ihrer persönlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Anklänge an die aktuellen Ereignisse fanden sich auch in dem Grußwort von Bernd Kaulbach, der den diesjährigen Abitursjahrgang im Namen der anwesenden ‚Silberabiturienten’ beglückwünschte und Einblicke in das Schulleben vor 25 Jahren gab, wie z.B. Studienfahrten mit dem damaligen Schulleiter Wolf-Dieter Endlein in das noch unter Kriegsrecht stehende Polen. Auch das Abitur jenes Jahrgangs war von einem schweren Atomunfall überschattet gewesen, der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.

Das Motto des Jahrgangs aufgreifend, gaben Mareike Bire und Jana Hermann als Vertreterinnen der SV ihren Vorgänger(inne)n den Wunsch mit, dass ihnen das Glücksspiel Schule nicht nur als ein strategisches, sondern auch intellektuell anspruchsvolles in Erinnerung bleiben möge. Demgegenüber hoben die beiden Vertreterinnen des Schulelternbeirats, Frau Dapprich und Frau Frensch-Wirtz, mit Blick auf die Zukunft der Abiturient(inne)n die Bedeutung persönlicher und menschlicher Werte im Leben hervor, wie Freunde, Familie und Gesundheit.

Markus Hof sprach die frischgebackenen Abiturient(inn)en gleich als „zukünftige Ehemalige“ an und warb um ihre Mitgliedschaft im Förderverein des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit dem beeindruckenden Argument, dass dieser in den letzten acht Jahren über 100.000 Euro in vielfältige Zwecke und Bedürfnisse der Schule investiert habe. In dieser Funktion wurde er denn auch sofort aktiv, als es beim nächsten Programmpunkt um die Auszeichnung besonderer Leistungen ging, die von dem Schulleitungsteam Klapthor, Tischbein und Peda mit Unterstützung der entsprechenden Fachkonferenzleiter durchgeführt wurde.

Steffen Krämer erhielt aus den Händen von Alexandra Euler eine Medaille des Sportbundes Rheinland-Pfalz für seine herausragenden sportlichen Leistungen in Verbindung mit Fairness und sozialem Engagement. Für ihre Leistungen im Fach Biologie wurde Carina Osterhof von Dr. Elisabeth Willwacher eine Urkunde des Verbandes der Biologen überreicht.

Über eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft in der Gesellschaft deutscher Chemiker können sich wiederum Steffen Krämer und Maurus Hans freuen. Die gute Nachricht überbrachte Dr. Thomas Groß.

Eine kostenlose Mitgliedschaft inklusive Bezug ihrer Fachzeitschrift war auch der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, den Hans-Georg Tischbein gleich an sechs begabte Nachwuchsphysiker übermitteln konnte: Eike Becher, Christopher Geis, Katharina Kaiser, Felix Kloft, Jannik Röttger und Samuel Ruppert. Eine Urkunde der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielt Maurus Hans, der es bis in die dritte Runde der letzten Physik-Olympiade geschafft hat.

Besonderes Lob erhielten auch Jannik Röttger und Felix Kloft für den Bau einer Nebelkammer im Rahmen ihrer Facharbeit, wodurch der Schule erhebliche Kosten erspart worden seien.

Eine Besonderheit in diesem Jahr war der vom Förderverein gestiftete Preis für besondere Leistungen im musikalischen Bereich, den Reinhard Strauch an Johannes Schröder für seine vielfältigen musikalischen Auftritte und Joschka Wirtz für die erfolgreiche Reaktivierung und Leitung der Gitarren-AG überreichen konnte. Sebastian Niepel und Sebastian Müller erhielten eine Anerkennung für ihre langjährige Unterstützung im Bereich des Medieneinsatzes und der Bühnentechnik, verbunden mit einem besonderen Lob von Herrn Brückmann.

Auch das soziale Engagement wurde nicht vergessen. Einen besonderen Einsatz für die Jahrgangsstufe, den alle Festgäste spätestens im Anschluss an die Feier bei dem wohlorganisierten und sehr gelungenen Abi-Ball auf der Fuchskaute zu würdigen wussten, hatten Claire Schneider und Christopher Sauer geleistet. Ihnen, wie auch dem früheren SV-Team bestehend aus Lisa-Marie Merfels und Lisa Körting, dankte der Förderverein mit einem Buchgutschein.

Damit kam man zum Höhepunkt der besonderen Ehrungen, nämlich der Auszeichnung der Jahrgangsbesten. Den Preis des Landrats für den besten Abiturdurchschnitt erhielt Maurus Hans, dicht gefolgt von Jannik Röttger, der mit einem Preis des Fördervereins belohnt wurde.

Beide erzielten die Durchschnittsnote 1,2. Nur knapp darunter lagen Carina Osterhof mit einem Durchschnitt von 1,3 und Katharina Kaiser mit 1,4. Alle vier können sich über ein E-Fellow-Stipendium freuen.

Der Preis der Ministerin Doris Ahnen ging an Jill Dokulil, die damit für ihren besonderen Einsatz im ökologischen Bereich ausgezeichnet wurde.

Die Fotogalerie zur Abiturfeier können Sie hier einsehen (bitte klicken)!