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Klassenfahrt Berlin der 10c 2022

 

Bericht der Schülerinnen Lina Müller und Lara Burandt, beide 10c:

 

Dienstag, 7.06.2022:

Müde, aber voller Vorfreude trafen sich die zehnten Klassen mit ihren hochmotivierten und zum Glück sehr kompetenten Lehrern um 4 Uhr morgens in der Busparkstraße. Als alle sich verabschiedet hatten und alle Koffer verstaut waren, ging es endlich los: Mit zwei Bussen machten sich alle auf den Weg nach Berlin. Während zu Beginn die meisten Schüler schliefen, sich unterhielten oder auf sonstige Weise die Zeit vertrieben, tauschten sich die Lehrer der 10c und 10a über ihre, wohlgemerkt nur teilweise zutreffenden, Horoskope aus und verbreiteten gute Laune. Glücklicherweise gab es keinen Stau, weshalb die Fahrt inklusive Pausen nur um die 8 Stunden dauerte, bis wir endlich am Ziel ankamen. Bevor wir die Zimmer beziehen konnten, stärkten wir uns mit dem ziemlich leckeren Mittagessen der Jugendherberge und hatten danach etwas Zeit, anzukommen und in den eingeteilten Zimmern auszupacken oder sich nach der langen Fahrt frisch zu machen. Daraufhin ging es für uns, natürlich zu Fuß, zum ersten Programmpunkt des Tages, nämlich dem Museum des deutschen Widerstandes. Zwar war es total interessant und auch gut verständlich gestaltet, jedoch waren wir nach der anstrengenden Reise schon etwas ausgelaugt und konnten uns deshalb nur schwer konzentrieren. Um uns wieder etwas auf Trab zu bringen, marschierten Frau Leidig und Herr Buchner dann mit uns zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Beispiel der Siegessäule, Schloss Bellevue, dem Bundeskanzleramt und natürlich auch dem Brandenburger Tor, wo schon die ersten Vorträge gehalten und fleißig Fotos geknipst wurden. Zum Leid ihrer Schüler bestand Frau Leidig selbstverständlich auch auf unzählig viele Klassenfotos, die aber mit einem kleinen Murren hingenommen wurden und am Ende sogar ziemlich akzeptabel aussahen. Nach unserem ausgiebigen Spaziergang bekamen wir dann endlich Freizeit und konnten uns unterwegs etwas zum Abendessen kaufen, während wir Berlin erkundeten. Als wir schließlich um 22 Uhr auf unsere Zimmer zurückkehrten, waren alle total fertig und hatten bereits schmerzende Füße, weshalb jeder froh war, totmüde ins Bett zu fallen.

 

Mittwoch, 8.08.2022:

Schläfrig, aber dennoch gut gelaunt, frühstückten wir um 7 Uhr zusammen in der Jugendherberge, hatten danach noch etwas Zeit, um uns aufzufrischen und gingen um 9 Uhr den Deutschen Bundestag besuchen. Zuerst wurden unsere Taschen nach scharfen oder gefährlichen Gegenständen abgesucht, was etwas dauerte, doch dann konnten wir endlich den rieseigen Bundestag betreten. Alle waren gebannt von der Architektur und Mächtigkeit des Gebäudes. Nach dem langen Weg dorthin hat es keinen gewundert, als sich alle in die bequemen, „Reichstag-Blue“ gefärbten Sitze fallen ließen. Wir erfuhren von der Reiseführerin, dass diese Farbe gezielt vom Designer ausgewählt wurde, um nicht mit der Farbe einer Partei übereinzustimmen. Nach dem Vortrag fuhren wir mit dem Fahrstuhl, wo unsere Sachen erneut kontrolliert wurden, zur Bundestagskuppel. Die Aussicht war atemberaubend und dank des guten Wetters konnte man ganz Berlin sehen. Nachdem zahlreiche Fotos geknipst wurden, ging es wieder runter. Doch bevor wir überhaupt aus dem Aufzug aussteigen konnten, erreichte uns eine Eilmeldung, dass es einen Anschlag nur 3 Kilometer entfernt von uns gab. Als wir auf unsere Handys schauten, waren diese mit Nachrichten und Anrufen unserer Eltern überschwemmt. Als alles geklärt war, stand schon der nächste Programmpunkt an: Eine Führung über die Mauergedenkstätte. 40 Minuten später kamen wir erschöpft auf der Bernauer Straße an. Uns wurde mitgeteilt, wie schwer es war, aus der DDR zu fliehen und welche Hindernisse man dafür überqueren musste. Außerdem wurde an die Opfer gedacht, denen die Flucht leider nicht gelungen war oder die getötet wurden, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Hungrig suchten sich alle, als die Besichtigung vorbei war, einen Ort zum Essen. Die meisten fuhren mit der U-Bahn, da keiner mehr zu Fuß gehen wollte. Einigen ist das misslungen und sind in die falsche Bahn gestiegen. Danach hatten wir noch etwas Freizeit und um 15 Uhr begann schon die Besichtigung des Bundesrates, wofür sich alle aus unserer Klasse freiwillig angemeldet hatten. Zuerst gab es eine Führung und anschließend durfte unsere Stufe eine Debatte nachspielen, sodass wir zahlreiche Einblicke in die Aufgabe eines Politikers ergatterten. Hinterher besuchten wir das Holocaust-Mahnmal und um 16:45 Uhr den Ort der Information, wo man Vieles über die Judenverfolgung und –ermordung erfuhr, was einem noch nicht bekannt war. Im Anschluss daran kehrten wir wieder zur Jugendherberge zurück, wo es eine warme Mahlzeit für uns gab. Danach gingen wir nach einer kurzen Pause um 21:15 Uhr zum Alexanderplatz, wo sich der immense Fernsehturm befindet. Der Aufzug nach oben war so schnell, dass wir Druck auf den Ohren hatten und auf einer Tafel sah man sogar, wie schnell dieser war. Oben angekommen, starrten wir nur vor uns hin, aufgrund der faszinierenden Aussicht. Wir befanden uns auf einer Höhe von 203 Metern und alle machten Fotos. Dies war der letzte Punkt auf unserer Liste und so fesselnd der Panoramablick auch war, waren alle überaus glücklich, sich erschöpft in ihr Bett fallen zu lassen.

 

Donnerstag, 9.06.2022:

Frisch ausgeschlafen und wie immer absolut ausgeglichen, fand sich die Klasse zu einem, verglichen mit den vorigen Tagen, späten Frühstück um kurz nach 8 Uhr ein, denn für Donnerstag war ein entspanntes Programm geplant. Dann liefen wir zusammen zum Madame Tussauds, wo die äußerst echt aussehenden Wachsfiguren bestaunt und mit Schülern fotografiert wurden, natürlich ohne sie anzufassen, weil eine Figur um die 225.000€ kostet, wie uns vorher mehrfach eingeschärft wurde. Nachdem jeder über Laufstege stolzieren, sich mit seinen Idolen fotografieren oder schauen konnte, ob Heidi Klum auch tatsächlich einen Slip trägt (was zumindest ihre Figur im Museum tut), ging es weiter zu Checkpoint Charlie, der sich ganz in der Nähe befand, wo wir uns erneut einen Vortrag anhörten und uns danach umsehen konnten. Endlich wurden wir danach in die Freiheit entlassen und nutzten unsere Chance, um shoppen oder essen zu gehen, allerdings wurde uns nahegelegt, pünktlich wieder am Brandenburger Tor zu sein, welches nur einen kurzen Fußmarsch entfernt lag und wo uns unser Bus einsammelte, um uns in das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen zu kutschieren. Dort angekommen, schauten wir uns einen kurzen Film zum Einstieg an und wurden danach durch die ehemaligen Zellen im Keller geführt und hörten uns an, unter welchen schrecklichen und absolut unmenschlichen Bedingungen die Häftlinge dort leben mussten. Außerdem bekamen wir die sogenannten „Tigerkäfige“ (die einzige Möglichkeit für die Gefangenen, an das Tageslicht zu kommen) und die Isolationszellen, sowie die Verhörräume zu sehen, woraufhin wir alle froh waren, freie Menschen zu sein. Wieder in der Jugendherberge eingetroffen, hatten wir wieder etwas Freizeit bis zum Abendessen, die viele nutzten, um sich Verstärkung für die anstehende Rückfahrt am darauffolgenden Tag zu besorgen, bis wir erneut in der Jugendherberge zum gemeinsamen Abendessen erscheinen zu hatten. Auf unseren Wunsch hin hatten wir auch den restlichen Abend zur freien Verfügung und durften uns, weil die Lehrer so zufrieden mit unserem Benehmen waren, sogar eine halbe Stunde länger als die Tage zuvor durch die Jugendherberge bewegen, um zusammen Tischtennis oder Karten zu spielen und die letzte Nacht zu genießen, während sich die Lehrer eine kleine Auszeit von uns gönnten, mental auf den nächsten Tag vorbereiteten und den Abend ausklingen ließen.

 

Freitag, 10.06.2022:

Traurig über das Ende der Klassenfahrt, wachten wir am nächsten Morgen früh auf, um noch vor dem Frühstück unsere Koffer zu packen und die Zimmer zu räumen. Wir frühstückten hastig, damit wir noch etwas Zeit zum Vorbereiten auf die lange Fahrt haben konnten. Eigentlich sollten wir bis 9 Uhr fertig gepackt im Bus sein, doch aufgrund der Zimmerkontrolle und einigen Nachkömmlingen fuhren wir letztendlich eine halbe Stunde später los. Zum Glück machten wir auf der Fahrt einen Zwischenstopp in Beelitz, sodass wir noch unseren Hunger stillen konnten und die Fahrt uns später nicht so lange vorkam. Um 10 Uhr kamen wir am Baumkronenpfad an und gingen über den Bäumen den langen Pfad entlang. Von oben konnte man schon das Gebäude der alten Chirurgie sehen, welches wir nach einer leckeren Mahlzeit um 11:30 Uhr mit Helmen besichtigten. Für die meisten von uns war dies die spannendste Führung der ganzen Klassenfahrt, da anschaulich erklärt wurde, wie betroffen Berlin von der Lungentuberkulose war und welche Methoden es schon 1898 gab, um die Krankheit zu heilen. Um 14 Uhr fuhren wir schließlich nach Hause. Im Bus fanden alle eine Beschäftigung, weshalb die Fahrt trotz eines Staus schnell vorbei war und wir es sogar schafften, eine Stunde vor der geplanten Ankunftszeit, ursprünglich 21 Uhr, da zu sein.

Wir möchten uns im Namen der ganzen Klasse 10c bei Frau Leidig und Herrn Buchner für die tolle Klassenfahrt bedanken, die aufgrund der großartigen Planung jedem Spaß gemacht hat und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Text: Lina Müller und Lara Burandt

Bilder: Eva-Maria Leidig